Frisk, Liselotte: Ein Pferd wie Bella. München (Schneider) 1984.
aus dem Schwedischen.
Sonntag, 18. Januar 2015
Das Pferd Cilana
Anderson, Ella: Das Pferd Cilana. Wuppertal (Blaukreuz) 1979.
engl. Originaltitel: Jo-Jo.
Das Titelbild macht mich irgendwie fertig. Entweder galoppiert das Pferd da hinter einem Zaun entlang, über den sogar Kaninchen nur lachen würden, oder das Tier hat locker 5 Meter Widerristhöhe - dafür sprächen auch die Tannen. Das würde zumindest erklären, weshalb es sich um "eine spannende Abenteuergeschichte" handelt.
Mit der Geschichte um das Pferd, das ähnlich wie eine Kartoffelsorte klingt, wurde ich genausowenig warm wie mit dem Titelbild. Es handelt sich um eine christliche Geschichte. Das allein wäre nun gar nicht so schlimm, aber mir gefallen hier so viele Dinge nicht: Dass eine nahezu komplette Predigt abgedruckt wird, dass die Pferde nur Hintergrund (oder Werkzeug der Liebe Gottes) sind, dass es Beschreibungen gibt wie " [sie] sah fabelhaft aus mit ihrem dunkelbraunen Rock und der leuchtend grünen Bluse, die ihre kurzen, mahagonifarbenen Locken vorteilhaft hervorhob" (S. 24), dass der so garstig blickende Mexikaner (natürlich!), der einem der Mädchen schon im Zug durch sein bloßes Äußeres Angst einjagt, sich am Ende auch wirklich als böser Schurke entpuppt, vor allem aber, dass Monika, als die Mädchen von Pferdedieben entführt werden, darüber nachdenkt, etwas fallenzulassen, um ihrem Vater einen Anhaltspunkt zu geben, aber angeblich nichts dabei hat, was sie entbehren könne, dann aber ohne Nachzudenken ihrem Pferd Cilana ihren Schal ins Maul packt, mit dem die Stute dann Hilfe holt.
engl. Originaltitel: Jo-Jo.
Das Titelbild macht mich irgendwie fertig. Entweder galoppiert das Pferd da hinter einem Zaun entlang, über den sogar Kaninchen nur lachen würden, oder das Tier hat locker 5 Meter Widerristhöhe - dafür sprächen auch die Tannen. Das würde zumindest erklären, weshalb es sich um "eine spannende Abenteuergeschichte" handelt.
Mit der Geschichte um das Pferd, das ähnlich wie eine Kartoffelsorte klingt, wurde ich genausowenig warm wie mit dem Titelbild. Es handelt sich um eine christliche Geschichte. Das allein wäre nun gar nicht so schlimm, aber mir gefallen hier so viele Dinge nicht: Dass eine nahezu komplette Predigt abgedruckt wird, dass die Pferde nur Hintergrund (oder Werkzeug der Liebe Gottes) sind, dass es Beschreibungen gibt wie " [sie] sah fabelhaft aus mit ihrem dunkelbraunen Rock und der leuchtend grünen Bluse, die ihre kurzen, mahagonifarbenen Locken vorteilhaft hervorhob" (S. 24), dass der so garstig blickende Mexikaner (natürlich!), der einem der Mädchen schon im Zug durch sein bloßes Äußeres Angst einjagt, sich am Ende auch wirklich als böser Schurke entpuppt, vor allem aber, dass Monika, als die Mädchen von Pferdedieben entführt werden, darüber nachdenkt, etwas fallenzulassen, um ihrem Vater einen Anhaltspunkt zu geben, aber angeblich nichts dabei hat, was sie entbehren könne, dann aber ohne Nachzudenken ihrem Pferd Cilana ihren Schal ins Maul packt, mit dem die Stute dann Hilfe holt.
Samstag, 10. Januar 2015
Mein Freund - mein Pferd
Florence Hightower: Mein Freund - mein Pferd. Balve (Engelbert / peb) 1977. Neuauflage des 1968 erschienenen Buches Maggie und ihr Pferd Sternschnuppe.
englischer Originaltitel: Dark Horse of Woodfield.
Dieses Buch spielt während der "Great Depression", der Wirtschaftskrise, in den USA. Auch in der Familie Armistead ist das Geld knapp; nun, nicht so knapp, dass nicht Maggie und ihr Bruder noch ihr Pferd und ihr Pony haben könnten (die sie als Farmkinder allerdings auch für den Schulweg brauchen - gute alte Zeit!), auch nicht sosehr, dass man befürchten muss, die Hunde abzugeben, aber es ist schockierenderweise keine Köchin mehr im Haus, und die Zugehfrau (wann kann man dieses Wort schon noch verwenden?) ist tatsächlich geistig etwas zurückgeblieben und wird eher aus sozialen Erwägungen behalten.
Die Familie Armistead besteht aus der Großmutter, Tante Cynthia und den beiden elternlosen Geschwistern Maggie und Bugsy. Die beiden möchten ihrer Tante das wegen der Krise verkaufte Reitpferd Amber zurückkaufen, und so schmieden sie Pläne: Bugsy beginnt im Arbeitszimmer des verstorbenen Großvaters eine Schmetterlingszucht (die beiden Geschwister verbringen viel Zeit im Wald auf Schmetterlingsjagd), und Maggie möchte mit ihrer Stute Sternschnuppe ein großes Turnier gewinnen. Leider hat sie jedoch keine Möglichkeit, an das Startgeld zu kommen, wird doch Bugsys Schmetterlingszucht noch einiges an Zeit benötigen. Glücklicherweise kommt gerade zur rechten Zeit Martin, ein alter Verehrer Tante Cynthias vorbei, dessen erstes Treffen mit der Familie unter keinem guten Stern stand: Martin liebte die Gedichte von Maggies Onkel Wallace, der aber in der Familie und besonders bei seinem Bruder keinen guten Stand hatte. Durch eine unbedachte Bemerkung reizte er den Bruder (den Ehemann der noch lebenden Oma) sosehr, dass er ihn hinauswarf und kurze Zeit später an Herzversagen starb. Maggies Eltern wurden zur Farm gerufen und erlitten auf dem Weg einen tödlichen Autounfall.
Mit dem Rest der Familie versteht sich Martin, der inzwischen für eine Zeitung arbeitet, jedoch bald sehr gut, auch wenn der eigentliche Zweck seines Besuches, das Auffinden verschollener Briefe von Onkel Wallace, die die Zeitung kaufen will, ihm trotz aller Mühen nicht gelingt.
Er rät Maggie dazu, einen Aufsatz über die Gedichte ihres Onkels beim Schulwettbewerb einzureichen, um mit dem Preisgeld die Startgebühr bezahlen zu können. Zu seinem und ihrem eigenen Erstaunen mag Maggie die Gedichte nicht nur, sie kann sogar Licht ins Dunkel einiger bislang unverständlicher Passagen bringen, kennt sie doch genau die Orte, die ihr Onkel in seinen Gedichten beschreibt.
So gewinnt Maggie das Preisgeld zumindest zur Hälfte (ihre beste Freundin gewinnt ebenfalls) und kann Sternschnuppe starten lassen.
Inzwischen hat sich die Familie aber einen Feind gemacht, den Gebrauchtwagenhändler, der sich auf die Geländestrecke stellt und in dem Moment, als Maggie ein schweres Hindernis anreitet, dort sein Taschentuch fallen lässt, so dass Maggie vor Schreck aufschreit. Glücklicherweise hat Sternschnuppe bessere Nerven als ihre Reiterin: Davon überzeugt, dass das Taschentuch wohl nur ein weiterer Schmetterling und Maggies Schrei einer ihrer üblichen Anfeuerungsrufe sei, nimmt sie unbeirrt die Hürde und gewinnt so das Preisgeld.
Nun fehlt noch Bugsys Anteil, um Amber zurückkaufen zu können, auch als Brautgeschenk für die Tante, die Martin heiraten wird. Und als sei es, um seinen Segen zu geben, erklingt plötzlich in des Großvaters Arbeitszimmer seine alte Standuhr, die seit seinem Tod niemand aufgezogen hat. Erschreckt findet sich die Familie im Zimmer ein, wo Bugsy verlegen seine Schmetterlingszucht vorstellt und sich entschuldigt, dass er eine Raupe in die alte Standuhr verfolgen musste.
Dies erweist sich jedoch als echter Glücksgriff: Die Raupe ist nämlich ausgerechnet auf den alten Briefen gelandet, die der Großvater in seiner Wut vor seinem Tod beim Aufziehen seiner Uhr hatte fallenlassen. So ist am Ende alles versöhnt, Martin und Cynthia können heiraten, die Stute Amber wird zurückgekauft werden, und Maggie weiß nicht nur, wie großartig ihre Stute ist, sondern auch, dass nicht alle Gedichte langweilig sind.
englischer Originaltitel: Dark Horse of Woodfield.
Dieses Buch spielt während der "Great Depression", der Wirtschaftskrise, in den USA. Auch in der Familie Armistead ist das Geld knapp; nun, nicht so knapp, dass nicht Maggie und ihr Bruder noch ihr Pferd und ihr Pony haben könnten (die sie als Farmkinder allerdings auch für den Schulweg brauchen - gute alte Zeit!), auch nicht sosehr, dass man befürchten muss, die Hunde abzugeben, aber es ist schockierenderweise keine Köchin mehr im Haus, und die Zugehfrau (wann kann man dieses Wort schon noch verwenden?) ist tatsächlich geistig etwas zurückgeblieben und wird eher aus sozialen Erwägungen behalten.
Die Familie Armistead besteht aus der Großmutter, Tante Cynthia und den beiden elternlosen Geschwistern Maggie und Bugsy. Die beiden möchten ihrer Tante das wegen der Krise verkaufte Reitpferd Amber zurückkaufen, und so schmieden sie Pläne: Bugsy beginnt im Arbeitszimmer des verstorbenen Großvaters eine Schmetterlingszucht (die beiden Geschwister verbringen viel Zeit im Wald auf Schmetterlingsjagd), und Maggie möchte mit ihrer Stute Sternschnuppe ein großes Turnier gewinnen. Leider hat sie jedoch keine Möglichkeit, an das Startgeld zu kommen, wird doch Bugsys Schmetterlingszucht noch einiges an Zeit benötigen. Glücklicherweise kommt gerade zur rechten Zeit Martin, ein alter Verehrer Tante Cynthias vorbei, dessen erstes Treffen mit der Familie unter keinem guten Stern stand: Martin liebte die Gedichte von Maggies Onkel Wallace, der aber in der Familie und besonders bei seinem Bruder keinen guten Stand hatte. Durch eine unbedachte Bemerkung reizte er den Bruder (den Ehemann der noch lebenden Oma) sosehr, dass er ihn hinauswarf und kurze Zeit später an Herzversagen starb. Maggies Eltern wurden zur Farm gerufen und erlitten auf dem Weg einen tödlichen Autounfall.
Mit dem Rest der Familie versteht sich Martin, der inzwischen für eine Zeitung arbeitet, jedoch bald sehr gut, auch wenn der eigentliche Zweck seines Besuches, das Auffinden verschollener Briefe von Onkel Wallace, die die Zeitung kaufen will, ihm trotz aller Mühen nicht gelingt.
Er rät Maggie dazu, einen Aufsatz über die Gedichte ihres Onkels beim Schulwettbewerb einzureichen, um mit dem Preisgeld die Startgebühr bezahlen zu können. Zu seinem und ihrem eigenen Erstaunen mag Maggie die Gedichte nicht nur, sie kann sogar Licht ins Dunkel einiger bislang unverständlicher Passagen bringen, kennt sie doch genau die Orte, die ihr Onkel in seinen Gedichten beschreibt.
So gewinnt Maggie das Preisgeld zumindest zur Hälfte (ihre beste Freundin gewinnt ebenfalls) und kann Sternschnuppe starten lassen.
Inzwischen hat sich die Familie aber einen Feind gemacht, den Gebrauchtwagenhändler, der sich auf die Geländestrecke stellt und in dem Moment, als Maggie ein schweres Hindernis anreitet, dort sein Taschentuch fallen lässt, so dass Maggie vor Schreck aufschreit. Glücklicherweise hat Sternschnuppe bessere Nerven als ihre Reiterin: Davon überzeugt, dass das Taschentuch wohl nur ein weiterer Schmetterling und Maggies Schrei einer ihrer üblichen Anfeuerungsrufe sei, nimmt sie unbeirrt die Hürde und gewinnt so das Preisgeld.
Nun fehlt noch Bugsys Anteil, um Amber zurückkaufen zu können, auch als Brautgeschenk für die Tante, die Martin heiraten wird. Und als sei es, um seinen Segen zu geben, erklingt plötzlich in des Großvaters Arbeitszimmer seine alte Standuhr, die seit seinem Tod niemand aufgezogen hat. Erschreckt findet sich die Familie im Zimmer ein, wo Bugsy verlegen seine Schmetterlingszucht vorstellt und sich entschuldigt, dass er eine Raupe in die alte Standuhr verfolgen musste.
Dies erweist sich jedoch als echter Glücksgriff: Die Raupe ist nämlich ausgerechnet auf den alten Briefen gelandet, die der Großvater in seiner Wut vor seinem Tod beim Aufziehen seiner Uhr hatte fallenlassen. So ist am Ende alles versöhnt, Martin und Cynthia können heiraten, die Stute Amber wird zurückgekauft werden, und Maggie weiß nicht nur, wie großartig ihre Stute ist, sondern auch, dass nicht alle Gedichte langweilig sind.
Jinny... stellvertretend für so viele andere
Hachja... Jinny. Die deutsche Übersetzung der ersten beiden (?) Bände, Jinny und ihr Traumpferd, habe ich mir als Kind in der Bücherei ausgeliehen. Jahre später stellte ich nach langer Suche fest, dass es doch deutlich mehr Bände gibt, die übrigens alle sehr, sehr lesenswert sind. Alle gehen über die Pferdegeschichte hinaus und befassen sich mit Themen wie Loslassen und Besitz, Verantwortung für andere, aber auch unserer Umwelt allgemein, Älterwerden, Toleranz und Freundschaft.
Und das alles überhaupt nicht belehrend, sondern ganz selbstverständlich als Teil von Jinnys Leben - und Jinny springt einem förmlich entgegen; die ist sowas von lebendig als Charakter, dass der Verdacht einer Didaktisierung gar nicht aufkommen kann!
Wie man am Band "Night of the Red Horse" erkennt, gibt es inzwischen schon Neuauflagen.
Warum ich Jinny erwähne? Nicht nur, weil die Reihe ein großartiges Beispiel dafür ist, was Pferdebücher leisten können, sondern auch, um zu erklären, was einfach aus Platz- und Vernunftgründen (jaaa, manchmal habe ich die auch!) nicht auf mein Blog kommt.
Es ist nun einmal so, dass englische Pferdebücher längst einen kleinen, aber feinen Fanclub haben, und man sich über diese Bücher problemlos im Netz informieren kann. Wer das Netz nicht mag, kann sogar inzwischen zu "Heroines on Horseback" von Jane Badger greifen und hat sofort einen Überblick über das englische Pferdebuch.
Sosehr ich also Jinny, Jill und ihre Bekannten liebe, werde ich hier weiterhin nur die Bücher erwähnen, die ich zumindest AUCH in deutscher Sprache besitze. Ich lade alle Leser ein (alle beide! ;-), in Erinnerungen an die eigenen Pferdebücher zu schwelgen, gern auch Neues zu entdecken, aber wer näheres Interesse für Bücher hegt, die es nur auf Englisch gibt, mag im Netz ein wenig suchen und sich auf den entsprechenden englischen Seiten schlau machen. Man ist da deutlich weiter als wir - wenn allerdings jemand ein deutsches Äquivalent zu "Heroines on Horseback" kennt, immer her damit...
Und das alles überhaupt nicht belehrend, sondern ganz selbstverständlich als Teil von Jinnys Leben - und Jinny springt einem förmlich entgegen; die ist sowas von lebendig als Charakter, dass der Verdacht einer Didaktisierung gar nicht aufkommen kann!
Wie man am Band "Night of the Red Horse" erkennt, gibt es inzwischen schon Neuauflagen.
Warum ich Jinny erwähne? Nicht nur, weil die Reihe ein großartiges Beispiel dafür ist, was Pferdebücher leisten können, sondern auch, um zu erklären, was einfach aus Platz- und Vernunftgründen (jaaa, manchmal habe ich die auch!) nicht auf mein Blog kommt.
Es ist nun einmal so, dass englische Pferdebücher längst einen kleinen, aber feinen Fanclub haben, und man sich über diese Bücher problemlos im Netz informieren kann. Wer das Netz nicht mag, kann sogar inzwischen zu "Heroines on Horseback" von Jane Badger greifen und hat sofort einen Überblick über das englische Pferdebuch.
Sosehr ich also Jinny, Jill und ihre Bekannten liebe, werde ich hier weiterhin nur die Bücher erwähnen, die ich zumindest AUCH in deutscher Sprache besitze. Ich lade alle Leser ein (alle beide! ;-), in Erinnerungen an die eigenen Pferdebücher zu schwelgen, gern auch Neues zu entdecken, aber wer näheres Interesse für Bücher hegt, die es nur auf Englisch gibt, mag im Netz ein wenig suchen und sich auf den entsprechenden englischen Seiten schlau machen. Man ist da deutlich weiter als wir - wenn allerdings jemand ein deutsches Äquivalent zu "Heroines on Horseback" kennt, immer her damit...
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