Grotkop, Edith: Pferde. Sonne. Ferien. Eltville (Rhein) 1975.
Der Titel sagt genau aus, was wir erwarten können: Nette Sommerlektüre, bei der Pferde im Mittelpunkt stehen.
Die Geschwister Karola und Knud, Kinder vom Bauernhof, machen Ferien bei ihrer Tante Regine, die eine Haflingerzucht betreibt, aber auch noch andere Pferde hält. Ihr besonderer Liebling ist die sensible Stute Fatima, für die sie schon viele Kaufangebote erhalten hat.
Die beiden Kinder mögen zwar auch Fatima, haben aber mehr Spaß mit den Haflingern, vor allem mit dem jungen Gestütsgehilfen aus England, der ein Gemisch aus [Pseudo-]Englisch und Deutsch spricht und für jeden Spaß zu haben ist. Er bringt ihnen auch das Reiten bei und hilft ihnen, ein neugeborenes Fohlen zu versorgen, weil dessen Mutter wegen eines Infektes keine Milch gibt. Außerdem leben auf dem Hof noch der Gestütsmeister Sepp und "Oma", die den Haushalt führt. Bald kommt dann noch die mysteriöse junge Anita dazu, die ihren Urlaub auf dem Gestüt verbringt und Kummer zu haben scheint. Außerdem gibt es noch Hannes, das Pflegekind des benachbaren Bauernhofes, das dort recht lieblos behandelt wird.
Mit ihrer ehrlichen und direkten Art schafft es Karola, zusammen mit ihrem Bruder das Verhältnis zwischen Hannes und seiner Pflegemutter zu verbessern, und auch Anita vertraut sich ihnen an: Sie hat einen Bruder, der Schulden hat und sie immer wieder um Gefallen bittet. Zuletzt verlor sie ihre Stellung, weil sie heimlich ein Schmuckstück ihrer Arbeitgeberin entwendete, um Geld zu leihen. Natürlich ist Anita nicht abgrundtief böse: Sie wollte das Schmuckstück aus dem Pfandhaus zurückholen, sobald der Bruder das Geld zurückgezahlt hätte, wollte es also nicht stehlen. Trotzdem wurde sie entdeckt und verlor ihre Stellung. Nun möchte der Bruder, dass sie Tante Regine beschwatze, die Stute Fatima seinem arabischen Freund zu verkaufen, wofür sie eine Provision bekämen.
Spätestens nachdem die Pferde, Sepp und der Engländer sie aber bei einem Unwetter von einer überfluteten Insel gerettet haben, kann Anita das nicht mehr über sich bringen. Sie redet sich den Kummer bei den Kindern von der Seele und schließt sogar Freundschaft mit Fatima, die nicht jeden Menschen in ihrer Nähe duldet.
Dafür hat der arabische Freund nun eigene Pläne gemacht: Er lockt Anita nachts zur Weide und zwingt sie dazu, Fatima zu seinem Pferdeanhänger zu führen, wohl wissend, dass die Stute Fremden nicht gehorchen würde. In ihrer Verzweiflung schlägt Anita Fatima mit ihrer Gerte, woraufhin diese - wie geplant - einen der beiden Diebe zu Boden wirft, aber auch in Panik davonrennt und in eine Schlucht stürzt. Glücklicherweise hat Karola Anitas Verschwinden bemerkt, und so kommen Knud, der Engländer und sie Anita bald zu Hilfe. Fatima muss mit einem Helikopter aus der Schlucht geborgen werden, aber alles geht gut.
Um Anita zu schonen, wird noch nicht einmal die Polizei eingeschaltet.
Eine besondere Überraschung erwartet die beiden Kinder nach ihrer Rückkehr auf dem heimatlichen Bauernhof, auf dem das ältere Arbeitspferd August bisher das einzige Pferd war: Tante Regine hat den beiden zwei junge Haflinger geschenkt!
Wenn man nicht versucht, sich mit dem nervtötend passiven und schwachen Fräulein Anita zu identifizieren, so kann man auch als Erwachsener die Geschichten noch flott weglesen. Die Kinder sind sympathisch und ehrlich, erleben viele aufregende Dinge und verbessern auch noch Hannes' und Anitas Leben. Schöne sommerliche Ferienlektüre für Kinder im Grundschulalter, bei der man weder Handys noch PCs in der Handlung vermisst.
Donnerstag, 17. Juli 2014
Blyton, Enid: Unser liebes Pony. München / Wien (Franz Schneider) 1968.
Ein süßes kleines Buch mit schönen Illustrationen für die ganz jungen Leser, das allerdings in Sachen Pferdehaltung zu wünschen übrig lässt - als das Pony zu den Kindern kommt, ist es gerade anderthalb, und dort ist es das einzige Pony.
Das kleine Fohlen wächst glücklich mit seiner Mutter zusammen auf einer Wiese auf, wird aber bald an die Kinder des benachbarten Bauernhofes verkauft. Die Kinder lieben das pechschwarze Pony heiß und innig und nennen es "Schneeflocke". Schneeflocke macht die Bekanntschaft der anderen Bauernhoftiere, lernt es, geritten zu werden und erteilt dem dicken Jungen aus dem Dorf eine Lektion. Am Ende zieht Schneeflocke auf einer Gartenparty stolz eine Kutsche.
Ein süßes kleines Buch mit schönen Illustrationen für die ganz jungen Leser, das allerdings in Sachen Pferdehaltung zu wünschen übrig lässt - als das Pony zu den Kindern kommt, ist es gerade anderthalb, und dort ist es das einzige Pony.
Das kleine Fohlen wächst glücklich mit seiner Mutter zusammen auf einer Wiese auf, wird aber bald an die Kinder des benachbarten Bauernhofes verkauft. Die Kinder lieben das pechschwarze Pony heiß und innig und nennen es "Schneeflocke". Schneeflocke macht die Bekanntschaft der anderen Bauernhoftiere, lernt es, geritten zu werden und erteilt dem dicken Jungen aus dem Dorf eine Lektion. Am Ende zieht Schneeflocke auf einer Gartenparty stolz eine Kutsche.
Jürgen reitet auf Ajax
Ulrici, Rolf: Jürgen reitet auf Ajax. Göttingen (Fischer) 1981.
Fangen wir mit dem Positiven an - die Illustrationen sind wirklich sehr schön!
Ansonsten fällt mir wenig ein. Die Pferde sind nur Fortbewegungsmittel, und man merkt, dass Rolf Ulrici sich eigentlich mehr in Abenteuergeschichten (wie seiner "Raumschiff Monitor"-Reihe) zu Hause fühlt. Personell und örtlich ist die "Jürgen"-Reihe mit der "Christiane / Rappi"-Reihe verknüpft.
Die Handlung ist ebenso verwirrend wie unglaubwürdig. Neben dem Reiterhof seines Onkels, aus dem Jürgen momentan wohnt, soll eine "Welt-Farm" mit vielen Tieren eröffnen. Der Onkel befürchtet, dass diese ihn aus dem Geschäft verdrängen wird. Gleichzeitig werden Gerüchte über seinen Betrieb verbreitet, und die Kunden laufen ihm weg (wir reden hier von einem Tag, an dem das alles abläuft). Glücklicherweise finden Jürgen und seine Freunde rechtzeitig heraus, dass die Welt-Farm nur in Prospekten existieren wird - in Wirklichkeit soll die reine Aussicht auf die Welt-Farm den Krase-Hof aus dem Geschäft drängen, damit er günstig verkauft wird. Dabei fahren die Investoren große Geschütze auf: Sie mieten einen Werbe-Helikopter (mit unnötig mysteriösen Fahrern) und eine Polizei-Reiterstaffel, die für die Eröffnung proben soll.
Verwirrend, blödsinnig und unrealistisch? Ja, und es bleibt so.
Im Grunde genommen reiten Jürgen und seine Freunde recht sinnfrei durch die Gegend, entdecken die Polizeireiterstaffel und den Helikopter und rechnen sich aus, dass die Planung der Welt-Farm wegen der örtlichen Gegebenheiten unmöglich realisierbar ist. Dann brauchen sie aber immer noch Hilfe, die sie beim Nachbarhof bekommen, der zufällig auch noch einen mysteriösen Anruf erhalten hat, der hilft, das Rätsel zu lösen. Damit ist dann auch alles erledigt.
Wie gesagt, schöne Bilder.
Fangen wir mit dem Positiven an - die Illustrationen sind wirklich sehr schön!
Ansonsten fällt mir wenig ein. Die Pferde sind nur Fortbewegungsmittel, und man merkt, dass Rolf Ulrici sich eigentlich mehr in Abenteuergeschichten (wie seiner "Raumschiff Monitor"-Reihe) zu Hause fühlt. Personell und örtlich ist die "Jürgen"-Reihe mit der "Christiane / Rappi"-Reihe verknüpft.
Die Handlung ist ebenso verwirrend wie unglaubwürdig. Neben dem Reiterhof seines Onkels, aus dem Jürgen momentan wohnt, soll eine "Welt-Farm" mit vielen Tieren eröffnen. Der Onkel befürchtet, dass diese ihn aus dem Geschäft verdrängen wird. Gleichzeitig werden Gerüchte über seinen Betrieb verbreitet, und die Kunden laufen ihm weg (wir reden hier von einem Tag, an dem das alles abläuft). Glücklicherweise finden Jürgen und seine Freunde rechtzeitig heraus, dass die Welt-Farm nur in Prospekten existieren wird - in Wirklichkeit soll die reine Aussicht auf die Welt-Farm den Krase-Hof aus dem Geschäft drängen, damit er günstig verkauft wird. Dabei fahren die Investoren große Geschütze auf: Sie mieten einen Werbe-Helikopter (mit unnötig mysteriösen Fahrern) und eine Polizei-Reiterstaffel, die für die Eröffnung proben soll.
Verwirrend, blödsinnig und unrealistisch? Ja, und es bleibt so.
Im Grunde genommen reiten Jürgen und seine Freunde recht sinnfrei durch die Gegend, entdecken die Polizeireiterstaffel und den Helikopter und rechnen sich aus, dass die Planung der Welt-Farm wegen der örtlichen Gegebenheiten unmöglich realisierbar ist. Dann brauchen sie aber immer noch Hilfe, die sie beim Nachbarhof bekommen, der zufällig auch noch einen mysteriösen Anruf erhalten hat, der hilft, das Rätsel zu lösen. Damit ist dann auch alles erledigt.
Wie gesagt, schöne Bilder.
Mein wildes Pony
Rees, Lucy: Mein wildes Pony. Balve / Sauerland (Engelbert / peb) 1977.
Lucy Rees ist eine sehr bekannte Verhaltensforscherin und Pferdefrau, die nicht nur durch ihre Kurse, sondern auch durch ihre Sachbücher über Pferdeverhalten, allen voran "The Horse's Mind" (1984) beweist, dass ihr Wissen über Pferde über jeden Zweifel erhaben ist.
Dies ist eines ihrer wenigen fiktionalen Bücher. Die fünfzehnjährige Pippa wünscht sich ein Pony, arbeitet in einem Trekking-Center, um sich das Geld zu verdienen, und kauft schließlich das besagte wilde Pony, eine kleine edle Stute, die allerdings noch kaum Kontakt zu den Menschen hatte. Mit Hilfe der Reitlehrerin des Trekking-Centers und viel Liebe arbeitet sie mit der kleinen Stute. Dazwischen unterhält sie sich mit einer etwas schrägen Familie, die in den Ferien ein Häuschen in der Nähe bewohnt, und scheint weder zu wissen, welchen Jungen sie eigentlich mag (drei oder vier kommen in Frage...), noch, was sie von den Gesprächen über "das System" im Haushalt eigentlich halten mag. Immerhin spielt einer der Jungs ganz nett Bob-Dylan-Songs auf der Gitarre. Pippa ist sich nur nicht ganz sicher, ob er eigentlich ganz richtig im Kopf ist - eine Sorge, die der verwirrte Leser teilt.
Immerhin bekommt Pippa bei einer Ponyrallye einen Ehrenpreis, weil ihre Stute zwar bockend und langsam über den Parcours geht, aber doch jedes Hindernis meistert.
Beim nächtlichen Heimritt treffen Pippa und ihre Freunde auf die Schafdiebe, die die Umgebung unsicher machen, diese fahren ihr Pony um, das daraufhin alle für tot halten, Pippa stürzt sich auf die Männer und wacht erst im Krankenhaus auf.
Natürlich überlebt das Pony trotzdem und wird feierlich Pippa vorgeführt.
Ich weiß nicht genau, ob ich dieses Buch fair bewerten kann, denn die Übersetzung ins Deutsche ist lausig. Wenn im Text "Ich sehe" als vollständiger Satz auftaucht, weiß man schon, dass hier nicht die größte Koryphäe angeheuert wurde. Insgesamt finde ich die Handlung aber auch springend und verwirrend. Man weiß nie, welchen der jungen Männer Pippa nun bevorzugt, ab und zu wird verwirrend "gesprungen", und insgesamt wären ein paar erklärende Gedanken hilfreich, um die Handlungen der Personen nachzuvollziehen.
Schön ist, dass die Ponygeschichte nicht dem konventionellen Pfad folgt, bei dem das Pony natürlich in Windeseile besser und vertrauensvoller wäre als die anderen Ponys bei der Rallye. Gezeigt wird, welcher Weg eingeschlagen wird und dass Geduld und Ruhe die besten Ratgeber in der Pferdeausbildung sind.
Alles Drumherum wirkt sehr seiner Zeit verhaftet und richtungs- und planlos. Somit ist es sicher gut, dass Lucy Rees heute Sachbücher schreibt und ihr großes Wissen ohne solche narrativen Umwege weitergibt.
Lucy Rees ist eine sehr bekannte Verhaltensforscherin und Pferdefrau, die nicht nur durch ihre Kurse, sondern auch durch ihre Sachbücher über Pferdeverhalten, allen voran "The Horse's Mind" (1984) beweist, dass ihr Wissen über Pferde über jeden Zweifel erhaben ist.
Dies ist eines ihrer wenigen fiktionalen Bücher. Die fünfzehnjährige Pippa wünscht sich ein Pony, arbeitet in einem Trekking-Center, um sich das Geld zu verdienen, und kauft schließlich das besagte wilde Pony, eine kleine edle Stute, die allerdings noch kaum Kontakt zu den Menschen hatte. Mit Hilfe der Reitlehrerin des Trekking-Centers und viel Liebe arbeitet sie mit der kleinen Stute. Dazwischen unterhält sie sich mit einer etwas schrägen Familie, die in den Ferien ein Häuschen in der Nähe bewohnt, und scheint weder zu wissen, welchen Jungen sie eigentlich mag (drei oder vier kommen in Frage...), noch, was sie von den Gesprächen über "das System" im Haushalt eigentlich halten mag. Immerhin spielt einer der Jungs ganz nett Bob-Dylan-Songs auf der Gitarre. Pippa ist sich nur nicht ganz sicher, ob er eigentlich ganz richtig im Kopf ist - eine Sorge, die der verwirrte Leser teilt.
Immerhin bekommt Pippa bei einer Ponyrallye einen Ehrenpreis, weil ihre Stute zwar bockend und langsam über den Parcours geht, aber doch jedes Hindernis meistert.
Beim nächtlichen Heimritt treffen Pippa und ihre Freunde auf die Schafdiebe, die die Umgebung unsicher machen, diese fahren ihr Pony um, das daraufhin alle für tot halten, Pippa stürzt sich auf die Männer und wacht erst im Krankenhaus auf.
Natürlich überlebt das Pony trotzdem und wird feierlich Pippa vorgeführt.
Ich weiß nicht genau, ob ich dieses Buch fair bewerten kann, denn die Übersetzung ins Deutsche ist lausig. Wenn im Text "Ich sehe" als vollständiger Satz auftaucht, weiß man schon, dass hier nicht die größte Koryphäe angeheuert wurde. Insgesamt finde ich die Handlung aber auch springend und verwirrend. Man weiß nie, welchen der jungen Männer Pippa nun bevorzugt, ab und zu wird verwirrend "gesprungen", und insgesamt wären ein paar erklärende Gedanken hilfreich, um die Handlungen der Personen nachzuvollziehen.
Schön ist, dass die Ponygeschichte nicht dem konventionellen Pfad folgt, bei dem das Pony natürlich in Windeseile besser und vertrauensvoller wäre als die anderen Ponys bei der Rallye. Gezeigt wird, welcher Weg eingeschlagen wird und dass Geduld und Ruhe die besten Ratgeber in der Pferdeausbildung sind.
Alles Drumherum wirkt sehr seiner Zeit verhaftet und richtungs- und planlos. Somit ist es sicher gut, dass Lucy Rees heute Sachbücher schreibt und ihr großes Wissen ohne solche narrativen Umwege weitergibt.
Bess
Rehbinder, Maj: Bess bekommt ein Pony. München / Wien (Franz Schneider) 1973.
Rehbinder, Maj: Bess siegt auf ihrem Pony. München / Wien (Franz Schneider) 1974.
Wie so viele aus dem Schwedischen übersetzten Bücher, so sind auch diese schöne, nicht immer realistische Pferdegeschichten, in denen am Ende alles gut geht - genau das, was ich als Kind mochte (und immer noch mag). Schön ist, dass es beständig um tatsächliche Pferde geht, mit Charaktereigenschaften und echter Persönlichkeit.
Hier finde ich allerdings den zweiten Band um Längen schöner, überzeugender und auch von der Botschaft dahinter gelungener.
Band 1:
Bess ist zehn Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder auf einem Bauernhof. Somit ist es nicht ganz verwunderlich, dass die Eltern der pferdebegeisterten Bess ein Pony kaufen möchten, da sie außer ihrem Bruder keine Spielkameraden hat. Während eines Urlaubs auf der Insel Gotland finden sie Botvid, der verwirrenderweise durchgehend als "Russenpony" bezeichnet wird - ob das eine missglückte Übersetzung des Wortes "Skogsruss" ist, was eigentlich nichts weiter als ein Gotlandpony ist?
Botvid ist erst zwei Jahre alt, als er gekauft wird, aber er wird nicht sofort nach Gärdesta geliefert - nehmen wir zu Gunsten des Buches einmal an, dass er zu dem Zeitpunkt wenigstens drei ist! Bess' Mutter, offenbar eine erfahrene Reiterin, bekommt zeitgleich ein Pferd, eine Vollblutstute, und die beiden trainieren gemeinsam. Am Ende startet Bess bei den Reiterspielen in Stockholm, weil Botvid sich als Dressurwunder und Bess als Naturtalent entpuppt.
Schade ist, dass die Mühen, die davor stehen, höchstens kurz angedeutet werden und ansonsten mit Kunstgriffen wie "Es dauerte lange, bis Botvid seinen Widerstand aufgab. Erst nach monatelanger, harter Arbeit begann er endlich, sein Bestes zu geben" (S. 81) übersprungen werden. Es wäre doch eigentlich viel spannender zu sehen, wie Bess den Widerstand des Ponys überwindet und mit Rückschlägen umgeht, aber hier wird einfach vorgespult, um zum Triumph am Ende zu kommen.
Kopfschütteln löste bei mir auch das sofortige Verzeihen der Widersacherin aus, die noch kurz vorm Start einen Stein in Botvids Huf drückt und einen Nagel unter seine Satteldecke steckt - Bess stürzt und startet letztlich mit einem Muskelriss und nach einer schmerzstillenden Spritze.
Dass Madeleine damit letztlich Botvids und Bess' Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat, wird hier aber sehr, sehr schnell vergessen und verziehen.
Irgendwie hinterließ das doch einen schalen Nachgeschmack.
Band 2:
Bess möchte zu ihren Verwandten reiten, um mit ihnen gemeinsam an einem Turnier teilzunehmen. Botvid zeigt ihr jedoch sehr schnell, dass er kein Automat ist - er scheut, Bess stürzt, und sie kommen verspätet an.
Im Laufe des Buches zeigt sich, dass auch die inzwischen erfolgverwöhnte Bess nur ein Mensch ist - nachdem sie einen schweren Sturz beobachtet hat, fürchtet sie sich nun vorm Springen. Im Grunde genommen ist es der Sturkopf ihres Ponys, der ihr hilft, ihren eigenen zu beweisen und so ihre Angst vorm Springen zu verlieren.
Danach wird geschildert, wie sich Bess zunehmend besser mit ihren Cousins und Cousinen versteht, mit ihnen auf einen Mitternachtsritt geht und fürs Springen trainiert. Letztlich nehmen sie alle gemeinsam erfolgreich am Turnier teil.
Einziger Wehmutstropfen ist das Verladen von Matthäus, einem der Pferde der Verwandten: Schon zuvor wird geschildert, dass er sich beim letzten Transport verletzt hat und er sich nun - zu Recht, möchte man sagen - vorm Hänger fürchtet. Ihn dann mit einem plötzlichen Schlag aufs Hinterteil auf den Hänger zu bugsieren, scheint mir eher kontraproduktiv.
Rehbinder, Maj: Bess siegt auf ihrem Pony. München / Wien (Franz Schneider) 1974.
Wie so viele aus dem Schwedischen übersetzten Bücher, so sind auch diese schöne, nicht immer realistische Pferdegeschichten, in denen am Ende alles gut geht - genau das, was ich als Kind mochte (und immer noch mag). Schön ist, dass es beständig um tatsächliche Pferde geht, mit Charaktereigenschaften und echter Persönlichkeit.
Hier finde ich allerdings den zweiten Band um Längen schöner, überzeugender und auch von der Botschaft dahinter gelungener.
Band 1:
Bess ist zehn Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder auf einem Bauernhof. Somit ist es nicht ganz verwunderlich, dass die Eltern der pferdebegeisterten Bess ein Pony kaufen möchten, da sie außer ihrem Bruder keine Spielkameraden hat. Während eines Urlaubs auf der Insel Gotland finden sie Botvid, der verwirrenderweise durchgehend als "Russenpony" bezeichnet wird - ob das eine missglückte Übersetzung des Wortes "Skogsruss" ist, was eigentlich nichts weiter als ein Gotlandpony ist?
Botvid ist erst zwei Jahre alt, als er gekauft wird, aber er wird nicht sofort nach Gärdesta geliefert - nehmen wir zu Gunsten des Buches einmal an, dass er zu dem Zeitpunkt wenigstens drei ist! Bess' Mutter, offenbar eine erfahrene Reiterin, bekommt zeitgleich ein Pferd, eine Vollblutstute, und die beiden trainieren gemeinsam. Am Ende startet Bess bei den Reiterspielen in Stockholm, weil Botvid sich als Dressurwunder und Bess als Naturtalent entpuppt.
Schade ist, dass die Mühen, die davor stehen, höchstens kurz angedeutet werden und ansonsten mit Kunstgriffen wie "Es dauerte lange, bis Botvid seinen Widerstand aufgab. Erst nach monatelanger, harter Arbeit begann er endlich, sein Bestes zu geben" (S. 81) übersprungen werden. Es wäre doch eigentlich viel spannender zu sehen, wie Bess den Widerstand des Ponys überwindet und mit Rückschlägen umgeht, aber hier wird einfach vorgespult, um zum Triumph am Ende zu kommen.
Kopfschütteln löste bei mir auch das sofortige Verzeihen der Widersacherin aus, die noch kurz vorm Start einen Stein in Botvids Huf drückt und einen Nagel unter seine Satteldecke steckt - Bess stürzt und startet letztlich mit einem Muskelriss und nach einer schmerzstillenden Spritze.
Dass Madeleine damit letztlich Botvids und Bess' Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat, wird hier aber sehr, sehr schnell vergessen und verziehen.
Irgendwie hinterließ das doch einen schalen Nachgeschmack.
Band 2:
Bess möchte zu ihren Verwandten reiten, um mit ihnen gemeinsam an einem Turnier teilzunehmen. Botvid zeigt ihr jedoch sehr schnell, dass er kein Automat ist - er scheut, Bess stürzt, und sie kommen verspätet an.
Im Laufe des Buches zeigt sich, dass auch die inzwischen erfolgverwöhnte Bess nur ein Mensch ist - nachdem sie einen schweren Sturz beobachtet hat, fürchtet sie sich nun vorm Springen. Im Grunde genommen ist es der Sturkopf ihres Ponys, der ihr hilft, ihren eigenen zu beweisen und so ihre Angst vorm Springen zu verlieren.
Danach wird geschildert, wie sich Bess zunehmend besser mit ihren Cousins und Cousinen versteht, mit ihnen auf einen Mitternachtsritt geht und fürs Springen trainiert. Letztlich nehmen sie alle gemeinsam erfolgreich am Turnier teil.
Einziger Wehmutstropfen ist das Verladen von Matthäus, einem der Pferde der Verwandten: Schon zuvor wird geschildert, dass er sich beim letzten Transport verletzt hat und er sich nun - zu Recht, möchte man sagen - vorm Hänger fürchtet. Ihn dann mit einem plötzlichen Schlag aufs Hinterteil auf den Hänger zu bugsieren, scheint mir eher kontraproduktiv.
Alles für Bianca
Seymour, H.: Alles für Bianca. Drei Geschwister kämpfen um ihr Pferd. Hannover (Neuer Jugendschriften-Verlag) 1977.
Ja, das ist tatsächlich eine ausgewählt scheußliche Kombination aus Foto und Zeichnung. Apart.
Leider ist dieses Buch eine recht konventionelle Aneinanderreihung von Klischees: Der Vater gewinnt das Pferd Bianca bei einer Wohltätigkeits-Tombola, die Kinder wollen es unbedingt behalten, aber die Mutter sieht aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit dazu, und die Lösung ist dann letztlich sosehr deus-ex-machina, dass es schon wehtut.
Bianca stammt aus einem Mitleidskauf - obwohl sie keineswegs alt ist, soll sie zum Schlachter gebracht werden. Es gehört zu den positiven Aspekten des Buches, dass erwähnt wird, dass die Dame, die sie kauft und letztlich der Tombola zur Verfügung stellt, damit genauso am Tier schuldig wird wie der ursprüngliche Verkäufer.
Nicht dass die Familie es viel besser machte. Bianca ist in einem dunklen Schuppen untergebracht, und der Pferdemensch, der sich das Elend am Ende des Buches ansieht, kommentiert dies nüchtern mit "Hier drinnen kann sie nur blind werden". Ihr Ernährungszustand lässt auch zu wünschen übrig, aber keiner in der Familie hat Ahnung von Pferden - ein Umstand, der Gisela, der Tochter der Familie, schmerzhaft vor Augen geführt wird, als sie sich in der örtlichen Reitschule verdingen möchte, um einen Platz für Bianca zu sichern.
Die Handlung besteht anfangs aus den Mühen, die die Geschwister betreiben, um die 100 Mark aufzutreiben, die der dunkle Schuppen pro Woche kostet, ein Unterfangen, bei dem nur der kleine Peter erfolgreich ist (klare Siebzigerbotschaft: Fleiß und Arbeit sind der einzige Weg zum Erfolg). Als den Kindern dann klar wird, dass ihre Eltern die Stute dennoch verkaufen wollen, versuchen sie, einen anderen Platz für die Stute zu finden. Das Ganze löst sich, als Rob punktgenau rechtzeitig einen neuen Freund findet, dessen Vater Pferde hält und sich bereit erklärt, die Schimmelstute bei sich aufzunehmen.
Bianca ist hier wirklich nur Handlungsmotor und klares Objekt der Botschaft, dass die Haltung von Tieren Verantwortung erfordert. Dazu passt auch, dass die einzige Stelle, in der Bianca tatsächlich länger auftaucht, erst am Ende geschildert wird, als das eigentliche Problem gelöst ist - Rob lässt sich herausfordern, sein Pferd zu reiten. Bianca, unterernährt und seit Tagen fast ständig im dunklen Schuppen eingesperrt, macht ihm unmissverständlich klar, was sie von derlei Behandlung hält. Die Moral "Ein Pferd ist kein Spielzeug für Dummköpfe ... und zum Angeben ist es erst recht nicht geeignet" liefert der neue Freund gratis zum Pferdestall dazu.
Sicher ist das keine schlechte Botschaft, aber als eigentliches Pferdebuch überzeugt das Buch mich wenig - dafür wäre es spannender, Biancas Verhalten zu sehen, als genau jede Mark aufgezählt zu bekommen, die die Geschwister verdienen.
Ja, das ist tatsächlich eine ausgewählt scheußliche Kombination aus Foto und Zeichnung. Apart.
Leider ist dieses Buch eine recht konventionelle Aneinanderreihung von Klischees: Der Vater gewinnt das Pferd Bianca bei einer Wohltätigkeits-Tombola, die Kinder wollen es unbedingt behalten, aber die Mutter sieht aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit dazu, und die Lösung ist dann letztlich sosehr deus-ex-machina, dass es schon wehtut.
Bianca stammt aus einem Mitleidskauf - obwohl sie keineswegs alt ist, soll sie zum Schlachter gebracht werden. Es gehört zu den positiven Aspekten des Buches, dass erwähnt wird, dass die Dame, die sie kauft und letztlich der Tombola zur Verfügung stellt, damit genauso am Tier schuldig wird wie der ursprüngliche Verkäufer.
Nicht dass die Familie es viel besser machte. Bianca ist in einem dunklen Schuppen untergebracht, und der Pferdemensch, der sich das Elend am Ende des Buches ansieht, kommentiert dies nüchtern mit "Hier drinnen kann sie nur blind werden". Ihr Ernährungszustand lässt auch zu wünschen übrig, aber keiner in der Familie hat Ahnung von Pferden - ein Umstand, der Gisela, der Tochter der Familie, schmerzhaft vor Augen geführt wird, als sie sich in der örtlichen Reitschule verdingen möchte, um einen Platz für Bianca zu sichern.
Die Handlung besteht anfangs aus den Mühen, die die Geschwister betreiben, um die 100 Mark aufzutreiben, die der dunkle Schuppen pro Woche kostet, ein Unterfangen, bei dem nur der kleine Peter erfolgreich ist (klare Siebzigerbotschaft: Fleiß und Arbeit sind der einzige Weg zum Erfolg). Als den Kindern dann klar wird, dass ihre Eltern die Stute dennoch verkaufen wollen, versuchen sie, einen anderen Platz für die Stute zu finden. Das Ganze löst sich, als Rob punktgenau rechtzeitig einen neuen Freund findet, dessen Vater Pferde hält und sich bereit erklärt, die Schimmelstute bei sich aufzunehmen.
Bianca ist hier wirklich nur Handlungsmotor und klares Objekt der Botschaft, dass die Haltung von Tieren Verantwortung erfordert. Dazu passt auch, dass die einzige Stelle, in der Bianca tatsächlich länger auftaucht, erst am Ende geschildert wird, als das eigentliche Problem gelöst ist - Rob lässt sich herausfordern, sein Pferd zu reiten. Bianca, unterernährt und seit Tagen fast ständig im dunklen Schuppen eingesperrt, macht ihm unmissverständlich klar, was sie von derlei Behandlung hält. Die Moral "Ein Pferd ist kein Spielzeug für Dummköpfe ... und zum Angeben ist es erst recht nicht geeignet" liefert der neue Freund gratis zum Pferdestall dazu.
Sicher ist das keine schlechte Botschaft, aber als eigentliches Pferdebuch überzeugt das Buch mich wenig - dafür wäre es spannender, Biancas Verhalten zu sehen, als genau jede Mark aufgezählt zu bekommen, die die Geschwister verdienen.
Pferde, unsere besten Freunde
Inge von Groll-Dillenburger: Pferde, unsere besten Freunde. München / Wien (Franz Schneider) 1977.
Das erste Buch enthält die Einzelbände
Ein Stall für unser Pony
Eins + eins = Vier
Zum Kuckuck mit den Ponys.
Das zweite Buch (Pferde, unsere besten Freunde) ist dabei mit Eins + eins = Vier identisch.
Genau wie das Titelbild des Schneider-Buches vermuten lässt, handelt es sich um schöne, eher harmonische Familiengeschichten mit Ponys.
Außergewöhnlich ist, dass in diesem Buch, das immerhin von einer Familie handelt, in der es drei Mädchen und einen Jungen gibt (bis später Zwillinge geboren werden), die Stimme des Erzählers ausgerechnet dem Jungen zufällt. Andreas erzählt schwungvoll vom Leben mit seinen drei Schwestern und der Ponystute Benta, wobei er nicht verschweigt, dass sein Interesse am Pony eher dadurch hervorgerufen wurde, dass sein Schwarm Brigitte ebenfalls reitet.
Ein Stall für unser Pony
Der erste Band erzählt ganz klassisch die Geschichte davon, wie die Familie zum Pferd bzw. zum Pony kam. Nun ist das im Grunde genommen nicht sehr überraschend, gibt es doch drei Mädchen in der Familie - und die sind von Ponys begeistert, nachdem sie die Ferien auf einem Ponyhof verbringen durften. Als Figur interessanter ist aber die Mutter, die sich mit allem Elan der Ponysuche widmet, weil die Freude der Mädchen am Reiten sie einfach sofort handeln lässt.
Das Problem ist hier also einmal nicht die strenge Familie (denn den Vater hat die Mutter wohl im Griff, der Gute kann sich sogar selbst Essen machen), sondern der Platz - Andreas' Familie lebt zwar in einem eher idyllischen Dorf im Süden Deutschlands, aber als "Zugezogene" haben sie einen schweren Stand. Hinzu kommt, dass die meisten Bauern die Pferdehaltung aufgegeben haben.
Eigentlich kommt nur der alte "Kronenwirt" in Frage, um die von der Mutter bereits ausgesuchte Schimmelstute Benta unterzubringen.
Als sie dort aber fragen, begegnet der Bauer ihnen geradezu feindselig (die Begegnung ist übrigens fast ein bitter-heiteres Lehrstück in bäuerlichen Eigenheiten, mit schwäbischen Einsprengseln): Gerade erst musste er die Landwirtschaft aufgeben, er ist krank, und sein einziger Sohn Bernd möchte nicht Bauer werden. Das ältere Bauernpaar sieht sich mit dem Ende seines bisherigen Lebens konfrontiert und ist entsprechend verbittert.
Trotzdem kauft Andreas' Familie die Ponystute (war eigentlich in dem Moment klar, als die Mutter sich das in den Kopf setzte...), pachtet eine Wiese und baut einen Unterstand (das immerhin ist Sache der Männer). Glücklicherweise hat so nun Andreas die Möglichkeit, seinem Schwarm Brigitte, der Schwester des Reitlehrers der örtlichen Reitschule, nahezukommen. Er lädt sie im Winter sogar aufs Tanzfest des Dorfes ein. Der endet stilecht damit, dass man sich mit den Halbstarken des Nachbardorfes konfrontiert sieht, die auf Krawall aus sind.
Den leben sie letztlich an Bentas Ponykoppel aus: Benta wird vom "Langen" des Nachbardorfes in den Neckar getrieben. Nur dem beherzten Eingreifen von Bernd, besagtem Bauernsohn, verdankt die Familie das Leben des Ponys: Bernd springt in den Fluss und rettet mit seinen Freunden und Andreas' Familie das Pony. Das unterkühlte Tier wird schleunigst in den nahegelegenen Stall der "Krone" gebracht, um versorgt zu werden.
Das nächtliche Bad bekommt niemandem: Sowohl Benta wie auch Andreas, seine Geschwister und Bernd werden erst einmal krank. Doch als Bernd wieder gesund ist, hat er seine Liebe zu Benta entdeckt, die er nun im Stall behalten möchte - und man freut sich mit der alten Bauersfrau, der die letzten Worte der Geschichte gehören: "Ob es doch noch wahr wird?" [...] "Dass der Bernd Bauer wird."
Eins + eins = Vier
Ein Teil der Handlung wird durch die im ersten Band erzählte Vorgeschichte vorangetrieben, in der das Pony der Mädchen von einem Halbstarken aus dem Nachbardorf zu einem Winterritt gestohlen und letztlich im eisigen Bach zurückgelassen wurde. In diesem Band kommt es nun zur Gerichtsverhandlung, in der "der Lange" zwar verurteilt wird, die Mädchen aber auch mehr über ihn und sein hartes Leben auf dem Hof seines alkoholkranken Vaters erfahren und ihr eigenes Konzept von Gerechtigkeit überdenken.
Letztlich tun sich Andreas' Schwester Karola und der örtliche Tierarzt zusammen, um die Norwegerstute Lis, die der Lange und sein Vater vernachlässigen, zu retten - und vielleicht, so wird angedeutet, rettet man den Langen damit gleich mit.
Überhaupt wird der gute Einfluss der Pferde deutlich: Nicht nur der Lange bessert sich, auch der Sohn des Kronenwirts, bei dem Benta und schließlich auch Lis, die ein neues Familienmitglied wird, untergebracht werden, bekommt durch die Pferde auf dem Hof endlich das Interesse am Hof, das sich seine Eltern schon so lang gewünscht haben.
Dass Pferde aber nicht jeden bekehren, wird spätestens dann deutlich, als die beiden Mädchen von Bekannten der Familie zum Ponyturnier begleitet werden - die Erwachsenen lassen die Kinder schlicht mitten auf der Strecke stehen, als Probleme auftreten, und reiten unbesorgt zum Turnier (der Gerechtigkeit wegen gewinnen sie natürlich keinen Preis).
Es ist ein wenig schade, dass die Ponys wenig Persönlichkeit besitzen. Mitunter fragt man sich, ob die Autorin über Ponys mehr weiß als über die Funkleidenschaft des Erzählers oder ob sie einfach als Hintergrund und - im Fall der Ponys - Handlungsmotoren dienen sollen.
Zum Kuckuck mit den Ponys
Inzwischen haben Benta und Lis Fohlen bekommen, Lucky und Bingo. "Erweiterung" ist ein gutes Stichwort: In diesem Band geht es darum, wie immer mehr Pferde in die Krone ziehen (unter anderem Brigittes Odin) und alles professioneller und größer wird. Nun wissen wir ja schon, dass man sich in dieser Familie Pferde einfach anschafft, wenn sie irgendwo herumstehen (böse, ich weiß - aber wie die achtköpfige Familie das finanziell so alles stemmt, nun, die Information bleibt man uns schuldig), so dass es niemanden überrascht, als die "Kronenhöfler" irgendwann Ponyreiten für Kinder veranstalten, um Geld für ein weiteres Pony zu verdienen, das der Pferdehändler in der Krone untergestellt hat.
Doch die Zukunft des Kronenhofes ist ungewiss, seit der alte Kronenhofbauer gestorben ist und Bernd das Interesse am Hof verloren hat. Über den Hof entscheiden nun die Tochter des Kronenwirtes und ihr Mann - nur bis die Städterin davon überzeugt ist, aufs "Dorf" zu ziehen und die Krone zu führen, dauert es.
Dass sie sich schließlich dazu durchringt, wirkt leider etwas wenig motiviert und deutlich weniger spektakulär als erhofft - aber gut, die Krone wird behalten, die Ponys bleiben, und trotz aller Widrigkeiten ist alles gut. Wie immer.
Trotzdem wird hier flott und humorvoll vom Alltagsleben einer Familie erzählt, denen dank ihrer Ponys auch weniger alltägliche Dinge zustoßen. Und obwohl die Reihe älter ist als ich, macht es immer noch Spaß, die Geschichte zu verfolgen.
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