Pferdeliebe - Sommerträume. Würzburg (Zebra) 2007.
enthält zwei Bücher:
Hee, Anja: Hitze, Staub und wilde Pferde.
Schütt, Christa: Ein Wunschpferd für Laura.
Hm, also der Titel - inklusive Titelbild - hat schon mal wenig bis gar nichts mit dem Buch zu tun und soll wohl nur die Sehnsucht der kleinen Käuferinnen wecken. Nun gut.
Im ersten Titel sind die "wilden Pferde" auch irgendwie sehr wenig prominent, es sei denn, man schafft es, sich in die Hauptperson Sandra hineinzusetzen. Die hat nämlich Angst vor Pferden und betrachtet alle als ziemlich wild, was sie so ziemlich zur ungünstigsten Person überhaupt macht, um auf eine texanische Ranch zu ziehen. In den Besitzer einer solchen hat sich nun aber dummerweise ihre Mutter, verwitwet, seit Sandra zwei Jahre alt ist, verliebt, und als sie mit ihm ein neues Leben beginnen möchte, muss Sandra wohl oder übel mitkommen.
Auch wenn Sandra dem älteren Leser nicht allzu sympathisch ist - spätestens, als er erfährt, dass ihre Mutter im Grunde genommen ihr gesamtes Privatleben aufgegeben hat, um ihrer Tochter jeden Wunsch zu erfüllen, wird klar, dass Sandra schon sehr verwöhnt ist -, so kann man sich dennoch in sie hineinversetzen. Sandra muss alles aufgeben, was ihr lieb und teuer war - ihre Schule, ihre Freundinnen, ihre erste große Liebe und - wie sie selbst anmerkt - sogar ihre Sprache.
Somit ist es erst einmal nicht weiter verwunderlich, dass sie bockig und trotzig reagiert und sich weder auf die Tiere noch auf ihre neue Stiefschwester Roxy einlassen möchte. Roxy wiederum schafft es nicht, hinter Sandras bockiger Fassade den tatsächlich vorhandenen Schmerz zu erkennen und schneidet sie - ganz besonders, als der Nachbarsjunge beginnt, mit ihr zu flirten, denn dem hat sie gerade erst den Laufpass gegeben, und noch hofft sie auf eine Versöhnung.
Dass Sandra am staubigen Texas doch noch Gefallen findet, verdankt sie dem kauzigen Mechaniker Hank, der ihr gegenüber Verständnis zeigt (auch wenn Sandra der Vergleich mit einem verloren gegangenen Kälbchen verständlicherweise nicht gefällt), Joey, der auf der Ranch arbeitet, und der sanften Stute Celina, die Bill ihr schenkt, nachdem sie - zunächst widerwillig und starr vor Angst - ihre ersten Reitstunden absolviert hat.
Nachdem Sandra bei einem eigenmächtigen Ausritt abgeworfen, verletzt und schließlich von Joey gefunden wird, sprechen sich die beiden aus, und es wird klar, dass beide mehr als nur Freundschaft füreinander empfinden.
Ich frage mich immer wieder, wieso es so viele Abwandlungen des "Mädchen hat Angst vor Pferden, die es überwindet"-Topos gibt, in einem Genre, dessen Leserinnen sich zum Großteil nichts Tolleres vorstellen können als Pferde. Spielt man hier mit dem Überlegenheitsgefühl ("Boah, die dumme Nuss sollte endlich...") oder der Fantasie der Leserinnen, die sich überlegen können, wieviel einfacher ihnen die geschilderte Situation fiele? Ich weiß es nicht, aber ich sollte mal beginnen zu sammeln, wie viele Bücher die Überwindung der Angst vor Pferden zum Thema haben.
Zweiter Band
In diesem Buch geht es um einen ungewöhnlichen Pferdetausch und ebenfalls das Thema Angst, allerdings in einem für kleine Reiterinnen sicher verständlicheren Rahmen: Laura reitet zwar regelmäßig in der Reitschule und liebt Pferde, aber vor dem Galopp hat sie nach einem Sturz Angst. Ihr Reitlehrer kennt sich in der Psyche seiner Schützlinge wenig aus - sie scheint ihm auch egal zu sein -, und so fällt es niemandem auf, dass Laura sich nur auf den ganz gemütlichen Schulpferden wohlfühlt. Sie ist glücklich, wenn sie auf dem als extrem faul geltenden Bombay ihre Runden ziehen darf und wechselt mit so manchem genervten Reiter.
Das funktioniert eigentlich ganz gut, bis Lauras Opa im Lotto gewinnt, stolz zum Stall zieht und seiner Enkelin ein wahres Prachtpferd kauft: Zar Nikolaus, einen wunderschönen, talentierten jungen Wallach. Auf Grund eines Missverständnisses nimmt Laura zunächst an, ihr Opa habe ihr Bombay geschenkt, und sie schwebt im siebten Himmel (was eigentlich ganz rührend ist, lehnt doch sogar ihre beste Freundin Lisa ihr Angebot, den langsamen Bombay ab und zu zu reiten, dankend ab) - umso tiefer fällt sie, als klar wird, dass sie den zwar im Grunde genommen anständigen, aber eben noch jungen Niko reiten soll. Der junge Bereiter Sascha bemerkt bald, was mit Laura los ist, und gemeinsam mit ihrem Opa und Lisa schmieden sie einen Plan, der letztlich zum vorübergehenden Tausch Nikos mit dem älteren, kreuzbraven Lehrpferd Queenie führt, deren Reiterin sich freut, dass sie mit Niko ihre Turnierambitionen verfolgen kann. Es wird Laura aber auch in Aussicht gestellt, dass sie ihren Niko zurücknehmen kann, wenn sie sich bereit dafür fühlt- Queenie sei eine gute Lehrmeisterin.
In der Geschichte geht es also darum, sich seinen Ängsten zu stellen, aber eben auch, sein Handeln an sie anzupassen, egal was andere denken.
Was ich schade finde - erst recht bei einem Buch von Christa Schütt! -, ist die Haltung der Pferde. Laura muss Queenies Vorbesitzerin versprechen, dass ihre Stute "mindestens vier Stunden" freien Auslauf bekommt. Sogar 6-7 könnten es werden, wird ihr gesagt (Zeit, die Niko übrigens oft nicht bekam).
Also, ich würde mein Pferd nicht weggeben, wenn es da 18 Stunden in der Box stehen darf. Und da immerhin auch mal ein Handy erwähnt wird (im Gegensatz zur ersten Geschichte, die eindeutig vor Skype- und Handyzeiten spielt, auch wenn das Internet Erwähnung findet), kann die Geschichte ja doch soo alt nicht sein.
Sonntag, 14. Februar 2016
Samstag, 13. Februar 2016
Amika-Reihe
Kautz, Gisela: Amika-Reihe.
Das hat Spaß gemacht! Auch wenn heute wahrscheinlich junge Reiter-Mädchen mit dem Namen "Fritz Ligges", der im letzten Band Friederike und ihre Stute Amika auf einem Lehrgang für die Deutschen Meisterschaften trainiert, nicht mehr viel anfangen können, so können sicher auch heutige Generationen mit Friederike Walden mitfiebern. Im Grunde genommen, macht Friederike das, was Wendy dadurch vorenthalten wird, dass sie ewig 15 ist: Sie wächst auf dem Hof eines bekannten Reiters und Züchters auf, bekommt von ihm ein eigenes Pferd geschenkt und trainiert mit ihm für Turniere, bis hin zum erfolgreichen Start bei den Deutschen Meisterschaften. Dabei stellen sich typische Fragen, die mit dem Älterwerden und der wachsenden Verantwortung fürs Pferd und sich selbst verknüpft sind: Soll ich meinem jungen, unerfahrenen Pferd einen gefährlich rutschigen Parcours zumuten, um eine wichtige Qualifikation zu schaffen? Soll ich nach der mittleren Reife abgehen, um eine Ausbildung zur Pferdewirtin zu beginnen, oder erst das Abitur machen? Wie gehe ich damit um, dass ich mich verliebt habe, wo ich doch in einer jungen Beziehung stecke?
All das wird aber nicht mit der Moralkeule verkündet, sondern ergibt sich einfach ganz ehrlich aus Friederikes Leben. Ohnehin gelingen Gisela Kautz ihre Charaktere - vom ehrgeizigen, aber gutmütigen Pferdetrainer Jupp, der psychologische Bücher wälzt, um seiner Friederike beizustehen, damit er eines Tages ebenso um die Welt reisen kann wie Charly, die Pferdepflegerin seines Chefs, über die Naturgewalt Armin Walden, der mitunter übersieht, dass seine Tochter keine Erwachsene ist und neben Reitturnieren auch noch Freizeit braucht, bis hin zu Stallkater Mohrle, der Friederikes Amika stest begleitet, wenn er nicht gerade vor einem Mauseloch Wache hält.
Und auch wenn die Haltung teilweise sehr zeitverhaftet ist - auf den Turnieren stehen die Pferde in Ständern, und Friederike holt ihr Pferd doch sehr häufig aus der Box statt von der Weide - , so klingt auch schon sehr fortschrittlich Kritik an, etwa als Amika vom kein Blatt vor den Mund nehmenden Tierarzt nach langer Krankheit als "verpimpelt" bezeichnet und "auf Kur" auf einen Gnadenhof geschickt wird, wo die Pferde doch glatt 24 Stunden draußen stehen und nur einen Unterstand und den Wald zum Unterstellen haben. Jupp und Friederike sind zunächst empört, doch Amika wird erst auf dem Gnadenhof wieder gesund.
Ansonsten muss Amika vom Gestütsbrand bis zur Entführung einiges überstehen, was man halt so in Pferdebüchern verarbeitet. Eine Zeit beim Zirkus ist auch dabei.
Trotzdem ist die ganze Reihe durchaus spannend, wozu sicher auch die lebensnahen Konflikte eine Rolle spielen, die Rieke für sich, aber nicht immer allein, lösen muss.
Das hat Spaß gemacht! Auch wenn heute wahrscheinlich junge Reiter-Mädchen mit dem Namen "Fritz Ligges", der im letzten Band Friederike und ihre Stute Amika auf einem Lehrgang für die Deutschen Meisterschaften trainiert, nicht mehr viel anfangen können, so können sicher auch heutige Generationen mit Friederike Walden mitfiebern. Im Grunde genommen, macht Friederike das, was Wendy dadurch vorenthalten wird, dass sie ewig 15 ist: Sie wächst auf dem Hof eines bekannten Reiters und Züchters auf, bekommt von ihm ein eigenes Pferd geschenkt und trainiert mit ihm für Turniere, bis hin zum erfolgreichen Start bei den Deutschen Meisterschaften. Dabei stellen sich typische Fragen, die mit dem Älterwerden und der wachsenden Verantwortung fürs Pferd und sich selbst verknüpft sind: Soll ich meinem jungen, unerfahrenen Pferd einen gefährlich rutschigen Parcours zumuten, um eine wichtige Qualifikation zu schaffen? Soll ich nach der mittleren Reife abgehen, um eine Ausbildung zur Pferdewirtin zu beginnen, oder erst das Abitur machen? Wie gehe ich damit um, dass ich mich verliebt habe, wo ich doch in einer jungen Beziehung stecke?
All das wird aber nicht mit der Moralkeule verkündet, sondern ergibt sich einfach ganz ehrlich aus Friederikes Leben. Ohnehin gelingen Gisela Kautz ihre Charaktere - vom ehrgeizigen, aber gutmütigen Pferdetrainer Jupp, der psychologische Bücher wälzt, um seiner Friederike beizustehen, damit er eines Tages ebenso um die Welt reisen kann wie Charly, die Pferdepflegerin seines Chefs, über die Naturgewalt Armin Walden, der mitunter übersieht, dass seine Tochter keine Erwachsene ist und neben Reitturnieren auch noch Freizeit braucht, bis hin zu Stallkater Mohrle, der Friederikes Amika stest begleitet, wenn er nicht gerade vor einem Mauseloch Wache hält.
Und auch wenn die Haltung teilweise sehr zeitverhaftet ist - auf den Turnieren stehen die Pferde in Ständern, und Friederike holt ihr Pferd doch sehr häufig aus der Box statt von der Weide - , so klingt auch schon sehr fortschrittlich Kritik an, etwa als Amika vom kein Blatt vor den Mund nehmenden Tierarzt nach langer Krankheit als "verpimpelt" bezeichnet und "auf Kur" auf einen Gnadenhof geschickt wird, wo die Pferde doch glatt 24 Stunden draußen stehen und nur einen Unterstand und den Wald zum Unterstellen haben. Jupp und Friederike sind zunächst empört, doch Amika wird erst auf dem Gnadenhof wieder gesund.
Ansonsten muss Amika vom Gestütsbrand bis zur Entführung einiges überstehen, was man halt so in Pferdebüchern verarbeitet. Eine Zeit beim Zirkus ist auch dabei.
Trotzdem ist die ganze Reihe durchaus spannend, wozu sicher auch die lebensnahen Konflikte eine Rolle spielen, die Rieke für sich, aber nicht immer allein, lösen muss.
Montag, 28. September 2015
Die besten Pferdegeschichten
Pestum, Jo: Die besten Pferdegeschichten (Reihe: Der Pferdehof im Münsterland). Bernau: F.X. Schmidt 2012.
Ich werde nie verstehen, warum man beim Herausgeben von Sammelbänden nicht einfach darauf achten kann, dass die Bände in der chronologischen Reihenfolge veröffentlicht werden. Dieser Band enthält die Bände Lenas Fahrt zum grossen Fest, Im Sommerwind und Ein Fohlen für Lena und damit die Bände 3, 5 und 6 - nur leider in der Reihenfolge 5,6,3, was verwirrend ist.
Ansonsten war ich positiv überrascht - Jo Pestum kannte ich nur als Autor eines der wenigen Nicht-Pferdebücher, die ich als Kind klasse fand, nämlich Der Kater jagt die grünen Hunde, das ich im Vorlesewettbewerb gewonnen hatte (sonst hätte ich's bestimmt nie gelesen, da Krimis mich eher nicht ansprachen). Pferdegeschichten mit ein wenig Münsterländer Lokalkolorit kann er offenbar auch schreiben.
Mal wieder haben wir die für moderne deutsche Jugendbücher fast schon obligatorische Standpunktverortung in der klaren Dichotomie Leistungs- versus Freizeitsport, hier festgemacht an der Hauptperson Lena und ihrer springsportbegeisterten Freundin Annette (die nach einem schweren Sturz aber geläutert scheint).
Lena selbst lebt auf einem Pferdehof, auf dem sich die üblichen Pferdegeschichten abspielen: Ein Feuer bricht aus, für ein Fohlen wird ein neuer Besitzer gesucht, man unternimmt eine längere Kutschfahrt. Besonders originell ist das Ganze also nicht. Positiv hervorzuheben ist allerdings, wie liebevoll wirklich alle Charaktere gezeichnet werden, vom Papa über den verfressenen kleinen Bruder bis hin zu Herrn Tewes, der bei der Versorgung der Pferde hilft. Sogar beim nächtlichen Klönschnack der bäuerlichen Nachbarschaft nach dem Feuer hat man das Gefühl, mittendrin zu sitzen in der launigen Runde.
Lenas Lieblingspferd, die ältere Stute Raja, erscheint durchaus auch als Persönlichkeit, bleibt aber hinter ihrem Potenzial zurück, da sich die Geschichte sehr auf Lena und ihr persönliches Erleben der Ereignisse konzentriert. Dem zu folgen, macht aber durchaus Spaß!
Ich werde nie verstehen, warum man beim Herausgeben von Sammelbänden nicht einfach darauf achten kann, dass die Bände in der chronologischen Reihenfolge veröffentlicht werden. Dieser Band enthält die Bände Lenas Fahrt zum grossen Fest, Im Sommerwind und Ein Fohlen für Lena und damit die Bände 3, 5 und 6 - nur leider in der Reihenfolge 5,6,3, was verwirrend ist.
Ansonsten war ich positiv überrascht - Jo Pestum kannte ich nur als Autor eines der wenigen Nicht-Pferdebücher, die ich als Kind klasse fand, nämlich Der Kater jagt die grünen Hunde, das ich im Vorlesewettbewerb gewonnen hatte (sonst hätte ich's bestimmt nie gelesen, da Krimis mich eher nicht ansprachen). Pferdegeschichten mit ein wenig Münsterländer Lokalkolorit kann er offenbar auch schreiben.
Mal wieder haben wir die für moderne deutsche Jugendbücher fast schon obligatorische Standpunktverortung in der klaren Dichotomie Leistungs- versus Freizeitsport, hier festgemacht an der Hauptperson Lena und ihrer springsportbegeisterten Freundin Annette (die nach einem schweren Sturz aber geläutert scheint).
Lena selbst lebt auf einem Pferdehof, auf dem sich die üblichen Pferdegeschichten abspielen: Ein Feuer bricht aus, für ein Fohlen wird ein neuer Besitzer gesucht, man unternimmt eine längere Kutschfahrt. Besonders originell ist das Ganze also nicht. Positiv hervorzuheben ist allerdings, wie liebevoll wirklich alle Charaktere gezeichnet werden, vom Papa über den verfressenen kleinen Bruder bis hin zu Herrn Tewes, der bei der Versorgung der Pferde hilft. Sogar beim nächtlichen Klönschnack der bäuerlichen Nachbarschaft nach dem Feuer hat man das Gefühl, mittendrin zu sitzen in der launigen Runde.
Lenas Lieblingspferd, die ältere Stute Raja, erscheint durchaus auch als Persönlichkeit, bleibt aber hinter ihrem Potenzial zurück, da sich die Geschichte sehr auf Lena und ihr persönliches Erleben der Ereignisse konzentriert. Dem zu folgen, macht aber durchaus Spaß!
Sonntag, 13. September 2015
Gefährten des Windes
Frank, Astrid: Gefährten des Windes. 2 Romane in einem Band. Thienemann 2015.
In diesem Band befinden sich die beiden Roman Fliegen wie Pegasus und Gigant.
Dieser Band hat mich leider enttäuscht. Er ist nicht schlecht geschrieben, aber ich hatte nach dem Covertext einfach mehr erwartet. Immerhin geht ja die Autorin mit ihren Themen etwas ab von den üblichen Pfaden. Dadurch habe ich meine Erwartungen wohl zu hoch geschraubt.
Im Roman Fliegen wie Pegasus sollte es laut Klappentext um ein ausgemustertes Springpferd gehen, das aber "versteht, auf die Bedürfnisse behinderter Kinder einzugehen". Daher hatte ich damit gerechnet, dass seiner Arbeit mit diesen Kindern auch Raum eingeräumt wurde, aber dem ist leider nicht so. Die Handlung springt häufig hin und her und bricht ab, als Pegasus in einen Therapiestall umziehen soll. Das einzige, was ihn dafür qualifiziert, ist, dass er Kinder mag und den autistischen Bruder seiner momentanen Besitzerin nicht über den Haufen rennt, als dieser unter ihn fällt. Ob er also tatsächlich ein Therapiepferd wird, bleibt am Ende offen.
Am Anfang des Buches wird ein Teil der Mitte abgedruckt - die Bereiterin Fina von Essen verhandelt mit einem Bauern über den Preis für den schwer erkrankten Pegasus. Das ist clever gemacht, da man so wissen möchte, wie das vielversprechende Springpferd so tief fallen konnte.
Leider wird dahin den menschlichen Beziehungen gefühlt mehr Raum eingeräumt als Pegasus. Fina und ihr Chef, Fina und ihr Freund, Kathrin und ihr Bruder... überall will die Geschichte sein und macht das auch nicht schlecht, aber so verliert das Pferd an Raum. Pegasus' Ausbildung unter Fina, der Bereiterin, die schon bei seiner Geburt dabei war, wird anfangs kurz behandelt, und dann startet er mit sechs Jahren beim CHIO. Dazwischen hätte man das Tier ja auch als Leser mal kennenlernen können. Bald darauf stürzt der Wallach schwer, und es beginnt sein Abstieg. Schnell landet er als Schulpferd in einem schlecht geführten Stall, wo er an Rehe erkrankt und von Fina zurückgekauft wird.
Dann wird er nach einem kurzen Aufenthalt auf einem Schutzhof von Kathrins Eltern gekauft. Kathrins Mutter befürchtet jedoch, dass ihrem autistischen Sohn etwas passieren könnte, da dieser sich heimlich zu ihm schleicht.
Zufällig wird dann quasi sofort der Kontakt zum Therapiestall hergestellt, und Pegasus wird dorthin abgegeben werden. Wie gesagt, die Tatsache, dass der unter ihn fallende Leon nicht von ihm zu Tode getrampelt wird, reicht dafür offenbar aus.
Ich fand das Ende sehr unbefriedigend. Statt dem Geplänkel zwischen der sorgfältigen, liebevollen Fina und dem aufs Geschäft bedachten Gestütsbesitzer und dem zwischen Fina und einem nachlässigen Pferdepfleger beizuwohnen, hätte ich viel lieber von Pegasus' Werdegang als Therapiepferd erfahren.
Auch der Klappentext ist irreführend: Es "rettet dem ehemaligen Turnierpferd" nicht das Leben, dass es mit behinderten Kindern umgehen kann (wie gesagt, das wissen wir gar nicht); das Leben rettet ihm Fina, die den schwerkranken Pegasus vom Bauern loskauft, und das hat nichts mit seiner Eignung für irgendetwas zu tun, sondern damit, dass sie schlicht an ihm hängt.
Mit Gigant habe ich fast die gleichen Probleme. Grundsätzlich finde ich es klasse, dass sich mal jemand des Themas "Pferde bei der Polizei" annimmt.
Dass aber ausgerechnet Paula, die kleine Schwester einer der Polizeireiterinnen, die Ich-Erzählerin ist, finde ich unbefriedigend. Sie greift auf Erzählungen ihrer Schwester zurück, ist auch mal dabei, wenn die Pferde ausgebildet werden, und berichtet auch von Einsätzen (Konzert / Fußballspiel), bei denen sie selbst Gigant als Zuschauerin erlebt - aber was das Pferd wirklich spürt, könnte so recht nur seine Reiterin schildern. Das tut sie auch, wenn Paula z. B. ihrer Freundin erzählt, was ihre Schwester ihr geschildert hat, oder wenn die Schwester Paula im nachhinein berichtet - nur irgendwie wünscht man sich doch, mittendrin dabei zu sein. Musste da nun unbedingt noch das Teeniemädchen als Identifikationsfigur verwurstelt werden? Ähnlich wie im ersten Band, in dem die Geschichte mit etwas Geschick auch ohne den Zwischenstopp bei Kathrin funktionieren würde?
Besonders fiel mir die Diskrepanz zwischen tatsächlicher und sinnvoller Erzählperspektive zum Ende hin auf, als die Reiterstaffel nach Paula sucht, die mit einem gebrochenem Bein in einem Loch im Luftschutzbunker liegt. Die Ich-Perspektive wird unterbrochen, und da, wo sie durchgehalten wird, wirkt sie einfach nur fehl am Platz.
Fazit: Idee schön, Ausführung nicht. Finde ich richtig, richtig schade!
In diesem Band befinden sich die beiden Roman Fliegen wie Pegasus und Gigant.
Dieser Band hat mich leider enttäuscht. Er ist nicht schlecht geschrieben, aber ich hatte nach dem Covertext einfach mehr erwartet. Immerhin geht ja die Autorin mit ihren Themen etwas ab von den üblichen Pfaden. Dadurch habe ich meine Erwartungen wohl zu hoch geschraubt.
Im Roman Fliegen wie Pegasus sollte es laut Klappentext um ein ausgemustertes Springpferd gehen, das aber "versteht, auf die Bedürfnisse behinderter Kinder einzugehen". Daher hatte ich damit gerechnet, dass seiner Arbeit mit diesen Kindern auch Raum eingeräumt wurde, aber dem ist leider nicht so. Die Handlung springt häufig hin und her und bricht ab, als Pegasus in einen Therapiestall umziehen soll. Das einzige, was ihn dafür qualifiziert, ist, dass er Kinder mag und den autistischen Bruder seiner momentanen Besitzerin nicht über den Haufen rennt, als dieser unter ihn fällt. Ob er also tatsächlich ein Therapiepferd wird, bleibt am Ende offen.
Am Anfang des Buches wird ein Teil der Mitte abgedruckt - die Bereiterin Fina von Essen verhandelt mit einem Bauern über den Preis für den schwer erkrankten Pegasus. Das ist clever gemacht, da man so wissen möchte, wie das vielversprechende Springpferd so tief fallen konnte.
Leider wird dahin den menschlichen Beziehungen gefühlt mehr Raum eingeräumt als Pegasus. Fina und ihr Chef, Fina und ihr Freund, Kathrin und ihr Bruder... überall will die Geschichte sein und macht das auch nicht schlecht, aber so verliert das Pferd an Raum. Pegasus' Ausbildung unter Fina, der Bereiterin, die schon bei seiner Geburt dabei war, wird anfangs kurz behandelt, und dann startet er mit sechs Jahren beim CHIO. Dazwischen hätte man das Tier ja auch als Leser mal kennenlernen können. Bald darauf stürzt der Wallach schwer, und es beginnt sein Abstieg. Schnell landet er als Schulpferd in einem schlecht geführten Stall, wo er an Rehe erkrankt und von Fina zurückgekauft wird.
Dann wird er nach einem kurzen Aufenthalt auf einem Schutzhof von Kathrins Eltern gekauft. Kathrins Mutter befürchtet jedoch, dass ihrem autistischen Sohn etwas passieren könnte, da dieser sich heimlich zu ihm schleicht.
Zufällig wird dann quasi sofort der Kontakt zum Therapiestall hergestellt, und Pegasus wird dorthin abgegeben werden. Wie gesagt, die Tatsache, dass der unter ihn fallende Leon nicht von ihm zu Tode getrampelt wird, reicht dafür offenbar aus.
Ich fand das Ende sehr unbefriedigend. Statt dem Geplänkel zwischen der sorgfältigen, liebevollen Fina und dem aufs Geschäft bedachten Gestütsbesitzer und dem zwischen Fina und einem nachlässigen Pferdepfleger beizuwohnen, hätte ich viel lieber von Pegasus' Werdegang als Therapiepferd erfahren.
Auch der Klappentext ist irreführend: Es "rettet dem ehemaligen Turnierpferd" nicht das Leben, dass es mit behinderten Kindern umgehen kann (wie gesagt, das wissen wir gar nicht); das Leben rettet ihm Fina, die den schwerkranken Pegasus vom Bauern loskauft, und das hat nichts mit seiner Eignung für irgendetwas zu tun, sondern damit, dass sie schlicht an ihm hängt.
Mit Gigant habe ich fast die gleichen Probleme. Grundsätzlich finde ich es klasse, dass sich mal jemand des Themas "Pferde bei der Polizei" annimmt.
Dass aber ausgerechnet Paula, die kleine Schwester einer der Polizeireiterinnen, die Ich-Erzählerin ist, finde ich unbefriedigend. Sie greift auf Erzählungen ihrer Schwester zurück, ist auch mal dabei, wenn die Pferde ausgebildet werden, und berichtet auch von Einsätzen (Konzert / Fußballspiel), bei denen sie selbst Gigant als Zuschauerin erlebt - aber was das Pferd wirklich spürt, könnte so recht nur seine Reiterin schildern. Das tut sie auch, wenn Paula z. B. ihrer Freundin erzählt, was ihre Schwester ihr geschildert hat, oder wenn die Schwester Paula im nachhinein berichtet - nur irgendwie wünscht man sich doch, mittendrin dabei zu sein. Musste da nun unbedingt noch das Teeniemädchen als Identifikationsfigur verwurstelt werden? Ähnlich wie im ersten Band, in dem die Geschichte mit etwas Geschick auch ohne den Zwischenstopp bei Kathrin funktionieren würde?
Besonders fiel mir die Diskrepanz zwischen tatsächlicher und sinnvoller Erzählperspektive zum Ende hin auf, als die Reiterstaffel nach Paula sucht, die mit einem gebrochenem Bein in einem Loch im Luftschutzbunker liegt. Die Ich-Perspektive wird unterbrochen, und da, wo sie durchgehalten wird, wirkt sie einfach nur fehl am Platz.
Fazit: Idee schön, Ausführung nicht. Finde ich richtig, richtig schade!
Donnerstag, 30. April 2015
Silberschweif / Poly
Immer deutlicher merke ich, wie sehr mir eine Seite wie die englische von Jane Badger für den deutschen Bereich fehlt. Zugegeben, "Silberschweif" ist nicht deutsch, sondern französisch, aber dennoch hätte sicherlich mal jemand dort diese Bücher erwähnt. Ich lese ja nun wirklich nicht erst seit gestern Pferdebücher, doch die Existenz dieser Bücher und der dazugehörigen Fernsehreihe ging völlig an mir vorüber. Hätte ich diese Bände nicht im örtlichen Secondhand-Buchladen gesehen, ich wüsste immer noch nichts von ihnen.
Und das wäre schade.
Die Bücher sind vielleicht doch mehr Abenteuergeschichten mit Pferd als reine Pferdegeschichten, aber daran ist ja nichts Schlimmes zu finden - im Gegenteil, das hat wahrscheinlich den Charme der Reihe für keine Jungs ausgemacht.
Die Hauptperson des Buches, Niko, entdeckt Silberschweif eines Tages in einem Wanderzirkus, wo das kleine Pony schlecht behandelt wird. Als das Pony davonläuft, verstecken es die (herrlich beschriebenen 50er/ 60-er-Jahre-)Dorfkinder im Wald. Nach viel Aufregung bekommt Niko das Pony, das ihn von nun an auf vielen Abenteuern begleitet - im Band "Silberschweif und das Geheimnis der sieben Sterne" wird das Pony sogar zum Schatzsucher.
Und das wäre schade.
Die Bücher sind vielleicht doch mehr Abenteuergeschichten mit Pferd als reine Pferdegeschichten, aber daran ist ja nichts Schlimmes zu finden - im Gegenteil, das hat wahrscheinlich den Charme der Reihe für keine Jungs ausgemacht.
Die Hauptperson des Buches, Niko, entdeckt Silberschweif eines Tages in einem Wanderzirkus, wo das kleine Pony schlecht behandelt wird. Als das Pony davonläuft, verstecken es die (herrlich beschriebenen 50er/ 60-er-Jahre-)Dorfkinder im Wald. Nach viel Aufregung bekommt Niko das Pony, das ihn von nun an auf vielen Abenteuern begleitet - im Band "Silberschweif und das Geheimnis der sieben Sterne" wird das Pony sogar zum Schatzsucher.
Samstag, 25. April 2015
Montag, 30. März 2015
Jimmie und sein Pony
Lippincott, Joseph Wharton: Jimmie und sein Pony. München: Franz Schneider 1966.
engl. Originaltitel: The Red Roan Pony.
Wer sein Buch so nennt, muss damit rechnen, dass Vergleiche zu Steinbecks Klassiker der Initiationsromane, Das Rote Pony, gezogen werden. Die große Überraschung ist: Lippincott muss sich mit diesem Buch nun wirklich nicht verstecken.
Auch in diesem Buch steht die besondere Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Pferd im Vordergrund: Jimmie ist erst zwölf Jahre alt, als er das wilde Ponyfohlen, Sohn eines entlaufenenen Zirkuspferdes und eines Wildhengstes, zum erstenmal sieht. Mit der unbekümmerten Art des Kindes schafft er es, sich auf seinen Rücken zu schwingen (das ist mein einziger Kritikpunkt am Buch, denn das Pony ist wirklich noch ein Fohlen!!). Von da an gehen die beiden gemeinsam durchs Leben. Jimmie gewinnt ein Rennen mit ihm und liebt ihn von Herzen. Doch als die kleine, kränkliche Bessy, die zur Erholung auf die Ranch kommt, durch seinen Rotfuchs kräftiger und glücklicher wird, beschließt Jimmie schweren Herzens, ihr das Pony zu überlassen.
So gelangt Reddy nach New York, wo er mit Bessy ein großes Turnier gewinnt, das sie ohne Sattel und Zaumzeug bestreitet, um alle von Reddys Gutmütigkeit und Intelligenz zu überzeugen. Auch Bessys Eltern sind froh, ist doch ihre Tochter durch das Pony endlich wieder glücklich und lebensfroh geworden.
Doch das Glück währt nicht lange; Bessys Bruder, stürmisch und leichtsinnig, übernimmt in Bessys Abwesenheit Reddys Pflege, bringt den kleinen Fuchs bei einem viel zu schweren Sprung völlig aus dem Gleichgewicht und stürzt schwer. Der verletzte Reddy verweigert sein Futter; nur Jimmie kann ihm noch helfen. Dieser reist sofort nach New York und pflegt sein Pony wieder gesund. Sein großes Herz zeigt sich, als er danach beginnt, Reddy für Bessy und Jack zu trainieren, damit ein solcher Unfall nicht noch einmal geschehen kann. Reddy wieder mitzunehmen, steht gar nicht zur Debatte. Dann reist er nach Wyoming zurück.
Leider sind inzwischen Pferdediebe auf Reddy aufmerksam geworden, da sein Bruder im Zirkus von sich reden macht. Als sie versuchen, Reddy zu stehlen, beweist der kleine Fuchs einmal mehr sein Kämpferherz: Er bekämpft die Diebe, flieht und überwindet eine viel zu hohe Mauer. Doch für die Flucht zahlt er einen hohen Preis: Reddy lahmt, und der Tierarzt meint, er werde nie mehr genesen.
In ihrer Not schickt die Familie Reddy erneut zu Jimmie.
Dieser erkennt, dass die Medizin alles getan hat, was in ihrer Macht stand, und nur noch die Natur Reddy heilen kann. So entlässt Jimmie den abgemagerten, lahmenden Fuchs in die Prärie Wyomings, in der Hoffnung, die Natur werde ihn heilen, und er werde eines Tages zurückkehren.
engl. Originaltitel: The Red Roan Pony.
Wer sein Buch so nennt, muss damit rechnen, dass Vergleiche zu Steinbecks Klassiker der Initiationsromane, Das Rote Pony, gezogen werden. Die große Überraschung ist: Lippincott muss sich mit diesem Buch nun wirklich nicht verstecken.
Auch in diesem Buch steht die besondere Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Pferd im Vordergrund: Jimmie ist erst zwölf Jahre alt, als er das wilde Ponyfohlen, Sohn eines entlaufenenen Zirkuspferdes und eines Wildhengstes, zum erstenmal sieht. Mit der unbekümmerten Art des Kindes schafft er es, sich auf seinen Rücken zu schwingen (das ist mein einziger Kritikpunkt am Buch, denn das Pony ist wirklich noch ein Fohlen!!). Von da an gehen die beiden gemeinsam durchs Leben. Jimmie gewinnt ein Rennen mit ihm und liebt ihn von Herzen. Doch als die kleine, kränkliche Bessy, die zur Erholung auf die Ranch kommt, durch seinen Rotfuchs kräftiger und glücklicher wird, beschließt Jimmie schweren Herzens, ihr das Pony zu überlassen.
So gelangt Reddy nach New York, wo er mit Bessy ein großes Turnier gewinnt, das sie ohne Sattel und Zaumzeug bestreitet, um alle von Reddys Gutmütigkeit und Intelligenz zu überzeugen. Auch Bessys Eltern sind froh, ist doch ihre Tochter durch das Pony endlich wieder glücklich und lebensfroh geworden.
Doch das Glück währt nicht lange; Bessys Bruder, stürmisch und leichtsinnig, übernimmt in Bessys Abwesenheit Reddys Pflege, bringt den kleinen Fuchs bei einem viel zu schweren Sprung völlig aus dem Gleichgewicht und stürzt schwer. Der verletzte Reddy verweigert sein Futter; nur Jimmie kann ihm noch helfen. Dieser reist sofort nach New York und pflegt sein Pony wieder gesund. Sein großes Herz zeigt sich, als er danach beginnt, Reddy für Bessy und Jack zu trainieren, damit ein solcher Unfall nicht noch einmal geschehen kann. Reddy wieder mitzunehmen, steht gar nicht zur Debatte. Dann reist er nach Wyoming zurück.
Leider sind inzwischen Pferdediebe auf Reddy aufmerksam geworden, da sein Bruder im Zirkus von sich reden macht. Als sie versuchen, Reddy zu stehlen, beweist der kleine Fuchs einmal mehr sein Kämpferherz: Er bekämpft die Diebe, flieht und überwindet eine viel zu hohe Mauer. Doch für die Flucht zahlt er einen hohen Preis: Reddy lahmt, und der Tierarzt meint, er werde nie mehr genesen.
In ihrer Not schickt die Familie Reddy erneut zu Jimmie.
Dieser erkennt, dass die Medizin alles getan hat, was in ihrer Macht stand, und nur noch die Natur Reddy heilen kann. So entlässt Jimmie den abgemagerten, lahmenden Fuchs in die Prärie Wyomings, in der Hoffnung, die Natur werde ihn heilen, und er werde eines Tages zurückkehren.
Cindys aufregender Pferdesommer
Slaughter Doty, Jean: Cindys aufregender Pferdesommer. Zürich: Müller-Rüschlikon 1985.
engl. Originaltitel: The Crumb.
Jean Slaughter Doty mag ich als Autorin mit jedem Buch, das ich von ihr lese, mehr leiden. In diesem geht es, wie auch in The Monday Horses, um das Turnierwesen und seine Auswüchse. Dabei trifft die Kritik in diesem Buch noch mehr ins Herz, ist es doch Cindys Pony Sandy (im Original der namengebende Crumb), der auf Grund der Machenschaften eines Turnierprofis sterben muss.
Wie auch in den Monday Horses, steht auch hier ein "sauberer" Stall den unfeinen Praktiken entgegen. Dies ist der kleine Stall von Jan Ashford, in dem Cindy den Sommer über aushilft. Leider bedeutet dies, dass sie auch Alex Russell nicht aus dem Weg gehen kann: Der unsympathische und eher mäßig talentierte Turnierreiter hat nach einem Stallbrand einen Teil des Ashford-Stalles zur Verfügung gestellt bekommen, um seine Existenz wiederaufzubauen. Ein wesentlicher Teil dieses Planes ist dabei die Springkarriere des vielversprechenden Sparkie, der trotz Alex' mangelnden Talents jede Menge Preise gewinnt.
Sehr schnell ist Cindy klar, dass Alex nicht ganz koscher ist: Wer, wenn nicht er, hat den kleinen Schuppen auf dem Feld genutzt, in dem sie später eine Spritze findet? Was das allerdings bedeutet, wird ihr erst später klar. Als sie bei einem Turnier mithilft, beschließt sie, auch mit ihrem 18-jährigen Sandy bei einigen Prüfungen anzutreten. Sandy gewinnt eine wichtige Prüfung; da plötzlich das Turnier wegen eines Unwetters teilweise abgebrochen wird, kann er dadurch den Meistertitel der Ponys erringen.
Doch dies macht Cindy nicht blind gegen das, was sie am Rand des Parcours beobachtet: Wieso lahmt Sparkie nicht, obwohl er offenbar verletzt ist? Und überhaupt: Was ist los in der Pferdeszene, in der jeder weiß, dass Roger Hills "Ponys" oftmals das Maß für ihre Klassen überschreiten würden, wären sie nicht mit Schmerzmittel zugedröhnt, damit sie nicht über die viel zu kurz geschnittenen Hufe stolpern, aber niemand etwas unternimmt?
In der Nacht tobt der Sturm über den Stallungen. Als Jan und Cindy spät abends nach den Pferden sehen, ist Sparkie in seiner Außenbox außer sich, so dass die beiden den ruhigen Sandy in seine Box stellen. Als Sandy am nächsten Tag tot in seiner Box aufgefunden wird, durch offen liegende Stromleitungen getötet, kann Cindy trotz ihrer Wut und Trauer Zwei und Zwei zusammenzählen, spätestens als sie sieht, dass Sparkie nicht einmal zuckt, wenn sich Mücken über sein Bein hermachen, obwohl er überall sonst empfindlich reagiert.
Passt dies vielleicht zu ihrem Erlebnis mit dem heftigen Rappen im Jahr zuvor, den sie völlig unsachgemäß und gefährlich angebunden auf einem Turnierplatz vorfand, was seinen Pfleger aber nicht weiter interessierte, so dass der Rappe letztlich einen "Unfall" erlitt? Und zu der Geschichte, die ihr, außer sich, zwei kleine Reitschüler erzählten, nämlich wie das Turnierpferd, das kurze Zeit darauf an einer vermeintlichen Kolik einging, mit einer Forke im Bauch traktiert wurde?
Nach kurzem Nachdenken ist Cindy sicher: Es ist kein Zufall, dass die Leitungen freigelegt wurden - Alex wollte die Versicherungssumme für Sparkie kassieren, bevor jemand merkt, dass das Pferd für Springwettbewerbe untauglich ist. Gemeinsam mit Jan alarmiert Cindy die Kontrollinstanzen, die schnell herausfinden, dass bei Sparkie ein Nervenschnitt vorgenommen wurde, der ihn wertlos macht und seine Springkarriere beendet.
Da Alex auf Nimmerwiedersehen verschwindet, übernimmt Cindy Sparkie nach dessen offiziellem Abschied vom Turniersport, um mit ihm ausgedehnte Ausritte zu unternehmen.
Dadurch, dass am Ende Jans Erfolg beim Mächtigkeitsspringen (eine Mauer von 2,50m...) steht, auf den Cindy sehr stolz ist, gibt es nahezu etwas wie ein positives Ende: Die "Gute" ist erfolgreich, der "Böse" ist aus dem Weg geschafft, die Kontrollinstanzen griffen... dass aber Sparkie und Sandy die Leidtragenden waren, ebenso wie beispielhaft der Rappe und der Fuchs, der mit einer Heugabel umgebracht wurde, kann hoffentlich auch der optimistischste Leser, der die 2,50m ebenso wenig kritisch sieht wie Cindy, verdrängen.
engl. Originaltitel: The Crumb.
Jean Slaughter Doty mag ich als Autorin mit jedem Buch, das ich von ihr lese, mehr leiden. In diesem geht es, wie auch in The Monday Horses, um das Turnierwesen und seine Auswüchse. Dabei trifft die Kritik in diesem Buch noch mehr ins Herz, ist es doch Cindys Pony Sandy (im Original der namengebende Crumb), der auf Grund der Machenschaften eines Turnierprofis sterben muss.
Wie auch in den Monday Horses, steht auch hier ein "sauberer" Stall den unfeinen Praktiken entgegen. Dies ist der kleine Stall von Jan Ashford, in dem Cindy den Sommer über aushilft. Leider bedeutet dies, dass sie auch Alex Russell nicht aus dem Weg gehen kann: Der unsympathische und eher mäßig talentierte Turnierreiter hat nach einem Stallbrand einen Teil des Ashford-Stalles zur Verfügung gestellt bekommen, um seine Existenz wiederaufzubauen. Ein wesentlicher Teil dieses Planes ist dabei die Springkarriere des vielversprechenden Sparkie, der trotz Alex' mangelnden Talents jede Menge Preise gewinnt.
Sehr schnell ist Cindy klar, dass Alex nicht ganz koscher ist: Wer, wenn nicht er, hat den kleinen Schuppen auf dem Feld genutzt, in dem sie später eine Spritze findet? Was das allerdings bedeutet, wird ihr erst später klar. Als sie bei einem Turnier mithilft, beschließt sie, auch mit ihrem 18-jährigen Sandy bei einigen Prüfungen anzutreten. Sandy gewinnt eine wichtige Prüfung; da plötzlich das Turnier wegen eines Unwetters teilweise abgebrochen wird, kann er dadurch den Meistertitel der Ponys erringen.
Doch dies macht Cindy nicht blind gegen das, was sie am Rand des Parcours beobachtet: Wieso lahmt Sparkie nicht, obwohl er offenbar verletzt ist? Und überhaupt: Was ist los in der Pferdeszene, in der jeder weiß, dass Roger Hills "Ponys" oftmals das Maß für ihre Klassen überschreiten würden, wären sie nicht mit Schmerzmittel zugedröhnt, damit sie nicht über die viel zu kurz geschnittenen Hufe stolpern, aber niemand etwas unternimmt?
In der Nacht tobt der Sturm über den Stallungen. Als Jan und Cindy spät abends nach den Pferden sehen, ist Sparkie in seiner Außenbox außer sich, so dass die beiden den ruhigen Sandy in seine Box stellen. Als Sandy am nächsten Tag tot in seiner Box aufgefunden wird, durch offen liegende Stromleitungen getötet, kann Cindy trotz ihrer Wut und Trauer Zwei und Zwei zusammenzählen, spätestens als sie sieht, dass Sparkie nicht einmal zuckt, wenn sich Mücken über sein Bein hermachen, obwohl er überall sonst empfindlich reagiert.
Passt dies vielleicht zu ihrem Erlebnis mit dem heftigen Rappen im Jahr zuvor, den sie völlig unsachgemäß und gefährlich angebunden auf einem Turnierplatz vorfand, was seinen Pfleger aber nicht weiter interessierte, so dass der Rappe letztlich einen "Unfall" erlitt? Und zu der Geschichte, die ihr, außer sich, zwei kleine Reitschüler erzählten, nämlich wie das Turnierpferd, das kurze Zeit darauf an einer vermeintlichen Kolik einging, mit einer Forke im Bauch traktiert wurde?
Nach kurzem Nachdenken ist Cindy sicher: Es ist kein Zufall, dass die Leitungen freigelegt wurden - Alex wollte die Versicherungssumme für Sparkie kassieren, bevor jemand merkt, dass das Pferd für Springwettbewerbe untauglich ist. Gemeinsam mit Jan alarmiert Cindy die Kontrollinstanzen, die schnell herausfinden, dass bei Sparkie ein Nervenschnitt vorgenommen wurde, der ihn wertlos macht und seine Springkarriere beendet.
Da Alex auf Nimmerwiedersehen verschwindet, übernimmt Cindy Sparkie nach dessen offiziellem Abschied vom Turniersport, um mit ihm ausgedehnte Ausritte zu unternehmen.
Dadurch, dass am Ende Jans Erfolg beim Mächtigkeitsspringen (eine Mauer von 2,50m...) steht, auf den Cindy sehr stolz ist, gibt es nahezu etwas wie ein positives Ende: Die "Gute" ist erfolgreich, der "Böse" ist aus dem Weg geschafft, die Kontrollinstanzen griffen... dass aber Sparkie und Sandy die Leidtragenden waren, ebenso wie beispielhaft der Rappe und der Fuchs, der mit einer Heugabel umgebracht wurde, kann hoffentlich auch der optimistischste Leser, der die 2,50m ebenso wenig kritisch sieht wie Cindy, verdrängen.
Midnight
Waite, Judy: Midnight (Der Pferdezauberer, # 1). Bindlach: Löwe 2001.
engl. Originaltitel: Eclipse.
Dies ist das zweite Buch mit einem Helden aus dem fahrenden Volk, das ich innerhalb kurzer Zeit in die Hände bekam. Ich war gespannt. Würde dieser Titel mit "Der Junge auf dem schwarzen Pferd" mithalten können?
Auch dieses Buch befasst sich neben der Pferdegeschichten mit Toleranz und dem Leben des fahrenden Volkes. Nicky, die Hauptperson, pflegte früher mit seinem Großvater gemeinsam mit Pferden zu handeln und diese zu reiten. Doch nachdem es zwischen seinem Großvater und seinem Vater zu einem Streit kam, muss Nicky auf die geliebten Pferde verzichten und mit seinem Vater fernab vom Großvater leben.
Da Nicky eine besondere Verbindung zu Pferden hat und das Reiten vermisst, schleicht er sich oftmals nachts von seinem Vater fort, um heimlich Pferde anderer Leute zu reiten.
So gerät er unter Verdacht, als in der Umgebung nachts Pferde gequält werden. Sogar Brenda, das einzige Mädchen an seiner Schule, für das Nicky sich ein bisschen interessiert, denkt, er habe damit zu tun, nachdem sie ihn nachts an einer Koppel erwischt, an der er sich eigentlich ein Pferd zum Reiten "ausleihen" wollte, auf der aber zuvor der Pferdequäler zugeschlagen hatte. Sein Vater hält ihm vor, dass Leute wie sie immer sofort unter Verdacht gerieten und er sich daher tadellos zu verhalten habe.
Ganz besonders schwer fällt es Nicky, sich von der Stute Midnight fernzuhalten, die dem arroganten Edward gehört, der es ohnehin auf ihn abgesehen hat. In seiner Verzweiflung schlägt sich Nicky zu seinem Großvater durch, indem er sich von Pferdekoppel zu Pferdekoppel begibt und sich dort Pferde für seinen Ritt ausleiht. Da Nicky eine besondere Gabe hat, erhalten die Besitzer ihre Pferde braver und freundlicher zurück, als sie vorher waren.
Nickys Großvater erklärt seinem Enkel, dass sein Vater sich Sorgen um ihn mache, ist doch seine Schwester, die Nickys Tante geworden wäre, als Jugendliche von einem Pferd getötet worden.
Mit diesem neuen Verständnis macht sich Nicky auf den Heimweg - und ertappt alsbald Edward auf frischer Tat auf Midnights Koppel. Auch Brenda, die nach Midnight sehen wollte, erkennt nun, dass Edward der Tierquäler ist. Sein Vater schickt seinen Sohn fort und erlaubt Brenda und auch Nicky, sich fortan um Midnight zu kümmern.
Die Geschichte wird gut und spannend erzählt, die Charaktere sind glaubwürdig - aber die Pferde gewinnen kein rechtes Eigenleben, weil dafür vor lauter Geschichtenerzählen keine Zeit bleibt. Letztlich verblasst auch Nicky im Vergleich mit Chavs Wut, seinen seelischen Wunden und seinem Hass auf die Gadjos - diese Geschichte ist deutlich zahmer und weniger tief.
engl. Originaltitel: Eclipse.
Dies ist das zweite Buch mit einem Helden aus dem fahrenden Volk, das ich innerhalb kurzer Zeit in die Hände bekam. Ich war gespannt. Würde dieser Titel mit "Der Junge auf dem schwarzen Pferd" mithalten können?
Auch dieses Buch befasst sich neben der Pferdegeschichten mit Toleranz und dem Leben des fahrenden Volkes. Nicky, die Hauptperson, pflegte früher mit seinem Großvater gemeinsam mit Pferden zu handeln und diese zu reiten. Doch nachdem es zwischen seinem Großvater und seinem Vater zu einem Streit kam, muss Nicky auf die geliebten Pferde verzichten und mit seinem Vater fernab vom Großvater leben.
Da Nicky eine besondere Verbindung zu Pferden hat und das Reiten vermisst, schleicht er sich oftmals nachts von seinem Vater fort, um heimlich Pferde anderer Leute zu reiten.
So gerät er unter Verdacht, als in der Umgebung nachts Pferde gequält werden. Sogar Brenda, das einzige Mädchen an seiner Schule, für das Nicky sich ein bisschen interessiert, denkt, er habe damit zu tun, nachdem sie ihn nachts an einer Koppel erwischt, an der er sich eigentlich ein Pferd zum Reiten "ausleihen" wollte, auf der aber zuvor der Pferdequäler zugeschlagen hatte. Sein Vater hält ihm vor, dass Leute wie sie immer sofort unter Verdacht gerieten und er sich daher tadellos zu verhalten habe.
Ganz besonders schwer fällt es Nicky, sich von der Stute Midnight fernzuhalten, die dem arroganten Edward gehört, der es ohnehin auf ihn abgesehen hat. In seiner Verzweiflung schlägt sich Nicky zu seinem Großvater durch, indem er sich von Pferdekoppel zu Pferdekoppel begibt und sich dort Pferde für seinen Ritt ausleiht. Da Nicky eine besondere Gabe hat, erhalten die Besitzer ihre Pferde braver und freundlicher zurück, als sie vorher waren.
Nickys Großvater erklärt seinem Enkel, dass sein Vater sich Sorgen um ihn mache, ist doch seine Schwester, die Nickys Tante geworden wäre, als Jugendliche von einem Pferd getötet worden.
Mit diesem neuen Verständnis macht sich Nicky auf den Heimweg - und ertappt alsbald Edward auf frischer Tat auf Midnights Koppel. Auch Brenda, die nach Midnight sehen wollte, erkennt nun, dass Edward der Tierquäler ist. Sein Vater schickt seinen Sohn fort und erlaubt Brenda und auch Nicky, sich fortan um Midnight zu kümmern.
Die Geschichte wird gut und spannend erzählt, die Charaktere sind glaubwürdig - aber die Pferde gewinnen kein rechtes Eigenleben, weil dafür vor lauter Geschichtenerzählen keine Zeit bleibt. Letztlich verblasst auch Nicky im Vergleich mit Chavs Wut, seinen seelischen Wunden und seinem Hass auf die Gadjos - diese Geschichte ist deutlich zahmer und weniger tief.
Sonntag, 29. März 2015
Ulrikes Sprung nach vorn
Müller-Mees, Elke: Ulrikes Sprung nach vorn. Bindlach: Löwe 2001.
besteht aus: Ulrikes Sprung nach vorn und Zwischen Disco und Quadrille.
Hahahahaha. Lang leben die 80er! Wann sonst konnte man Begriffe wie "Gesichtsbaracke" ungestraft verwenden? Hier eine Kostprobe:
"Wen haben wir denn da? 'ne echte Ätz-Usche! Möchte bloß wissen, was unser Chrissie an dir findet. Aber vielleicht steht der ja auf Babyblut."
"Cool bleiben, Junge, total cool bleiben!" [...]
"Du machst am besten 'ne Biege", meinte Georgie. "Keine Weiber heute!"
"Wer sagt das?"
"Mando. Er ist der Boss."
(S. 193)
Ätz-Usche. Ernsthaft. Ebenso ernsthaft wie "Laschi", "'ne echt zombige Tante" und Sprüche wie "Mach hier bloß nicht den Tarzan, Schweinebauer!" und "Törn dich ab!"
Muss ich mehr sagen? Hm. Ulrike ist die beste Reiterin auf dem Schleusenhof, und dem gutaussehenden, reichen Michael, der immer im Sportflitzer auf den Hof kommt und an Pferden eigentlich wenig Interesse hat, passt das gar nicht, weshalb er mit unfairen Mitteln versucht, die Vereinsmeisterschaft zu gewinnen. Dazu gehört unter anderem, dass er Anstalten macht, Ulrike zu vergewaltigen, was erstaunlich wenig Folgen für das ganze Buch hat, obwohl die Sache nur durch das zufällige Auftauchen von Ulrikes Freundin Ditte (der "Ätz-Usche" von oben) vereitelt wird. Ulrike wird dadurch nur sauer und ist noch entschlossener zu gewinnen. Irgendwie wäre die Gewichtung der Ereignisse in einem heutigen Buch anders.
Natürlich gewinnt Ulrike auch, allerdings nicht auf Paleyka, ihrem Pflegepferd, da Michael die Stute vor dem Wettkampf verletzt. So tritt sie auf Imperator, dem Pferd des von ihr angehimmelten Reitlehrers, an. Da Pferde ohnehin als Persönlichkeiten keine Rolle spielen und mit einem Adjektiv beschrieben werden können (Paleyka: brav, Impi: temperamentvoll), klappt das, schließlich ist Ulrike eine hervorragende Reiterin.
Im zweiten Band geht es darum, dass das Schleusenhof-Team eine Quadrille zusammenstellt. Gestört wird das Training jedoch von einer ortsansässigen Rockerbande, die auch den Bauern im Ort ein Dorn im Auge ist, fahren die "Skunks" doch mit ihren Motorrädern mitten durch den Wald. So beschließen die jungen Reiter, die Rocker mit Stinkbomben (!!!) zu vertreiben. Das muss ja klappen, schließlich konnte die Polizei bisher nichts ausrichten... nun ja, kurz bevor die Rocker die Pferde und ihre Reiter plattmachen, taucht glücklicherweise die Polizei auf, die Chris, Dittes Freund, auf den Plan gerufen hat, denn Ditte hatte ihn vorgewarnt.
Der Reitlehrer ist zu Recht wütend auf seine jungen Reiter, die so verantwortungslos die Gesundheit der Pferde aufs Spiel gesetzt haben, aber immerhin gewinnt das Team eine Einladung ins Schauprogramm der Hansepferd, wenn auch nicht den Quadrillenwettbewerb. Das ist doch ein Trost!
Zwischendurch geht es um die typischen 80er-Themen: Naturschutz (einer der Jungs hat einen Teich angelegt, der durch Überdüngung umkippt), Binden versus Tampons beim Reiten (ja... ehrlich), Küsse, Rock'n Roll - meistens als "heiße Rhythmen" bezeichnet - und Eifersucht. In der Disco wird öfter mal "Lambada" gespielt, was dieses Buch noch exakter verortbar macht. Nicht dass "Ätz-Usche" den 2001-er-Kindern, die die Neuauflage lasen, nicht deutlich genug zeigen würde, dass dies nicht ihre Welt ist.
Dieses Buch ist fast schon wieder ein 70er-Buch: Pferd steht drauf, aber es geht eigentlich um ganz viel anderes.
besteht aus: Ulrikes Sprung nach vorn und Zwischen Disco und Quadrille.
Hahahahaha. Lang leben die 80er! Wann sonst konnte man Begriffe wie "Gesichtsbaracke" ungestraft verwenden? Hier eine Kostprobe:
"Wen haben wir denn da? 'ne echte Ätz-Usche! Möchte bloß wissen, was unser Chrissie an dir findet. Aber vielleicht steht der ja auf Babyblut."
"Cool bleiben, Junge, total cool bleiben!" [...]
"Du machst am besten 'ne Biege", meinte Georgie. "Keine Weiber heute!"
"Wer sagt das?"
"Mando. Er ist der Boss."
(S. 193)
Ätz-Usche. Ernsthaft. Ebenso ernsthaft wie "Laschi", "'ne echt zombige Tante" und Sprüche wie "Mach hier bloß nicht den Tarzan, Schweinebauer!" und "Törn dich ab!"
Muss ich mehr sagen? Hm. Ulrike ist die beste Reiterin auf dem Schleusenhof, und dem gutaussehenden, reichen Michael, der immer im Sportflitzer auf den Hof kommt und an Pferden eigentlich wenig Interesse hat, passt das gar nicht, weshalb er mit unfairen Mitteln versucht, die Vereinsmeisterschaft zu gewinnen. Dazu gehört unter anderem, dass er Anstalten macht, Ulrike zu vergewaltigen, was erstaunlich wenig Folgen für das ganze Buch hat, obwohl die Sache nur durch das zufällige Auftauchen von Ulrikes Freundin Ditte (der "Ätz-Usche" von oben) vereitelt wird. Ulrike wird dadurch nur sauer und ist noch entschlossener zu gewinnen. Irgendwie wäre die Gewichtung der Ereignisse in einem heutigen Buch anders.
Natürlich gewinnt Ulrike auch, allerdings nicht auf Paleyka, ihrem Pflegepferd, da Michael die Stute vor dem Wettkampf verletzt. So tritt sie auf Imperator, dem Pferd des von ihr angehimmelten Reitlehrers, an. Da Pferde ohnehin als Persönlichkeiten keine Rolle spielen und mit einem Adjektiv beschrieben werden können (Paleyka: brav, Impi: temperamentvoll), klappt das, schließlich ist Ulrike eine hervorragende Reiterin.
Im zweiten Band geht es darum, dass das Schleusenhof-Team eine Quadrille zusammenstellt. Gestört wird das Training jedoch von einer ortsansässigen Rockerbande, die auch den Bauern im Ort ein Dorn im Auge ist, fahren die "Skunks" doch mit ihren Motorrädern mitten durch den Wald. So beschließen die jungen Reiter, die Rocker mit Stinkbomben (!!!) zu vertreiben. Das muss ja klappen, schließlich konnte die Polizei bisher nichts ausrichten... nun ja, kurz bevor die Rocker die Pferde und ihre Reiter plattmachen, taucht glücklicherweise die Polizei auf, die Chris, Dittes Freund, auf den Plan gerufen hat, denn Ditte hatte ihn vorgewarnt.
Der Reitlehrer ist zu Recht wütend auf seine jungen Reiter, die so verantwortungslos die Gesundheit der Pferde aufs Spiel gesetzt haben, aber immerhin gewinnt das Team eine Einladung ins Schauprogramm der Hansepferd, wenn auch nicht den Quadrillenwettbewerb. Das ist doch ein Trost!
Zwischendurch geht es um die typischen 80er-Themen: Naturschutz (einer der Jungs hat einen Teich angelegt, der durch Überdüngung umkippt), Binden versus Tampons beim Reiten (ja... ehrlich), Küsse, Rock'n Roll - meistens als "heiße Rhythmen" bezeichnet - und Eifersucht. In der Disco wird öfter mal "Lambada" gespielt, was dieses Buch noch exakter verortbar macht. Nicht dass "Ätz-Usche" den 2001-er-Kindern, die die Neuauflage lasen, nicht deutlich genug zeigen würde, dass dies nicht ihre Welt ist.
Dieses Buch ist fast schon wieder ein 70er-Buch: Pferd steht drauf, aber es geht eigentlich um ganz viel anderes.
Freitag, 6. März 2015
Steffi ist verliebt in ein Pferd
Völker, Regina: Steffi ist verliebt in ein Pferd. Göttingen: Fischer 1980.
Puh. Es kommen die 80er, und in den Pferdebüchern geht es endlich auch um Pferde!
Als Steffis Freundin Gaby die schöne Stute Rhapsodie bekommt, sind Steffi und ihre Tante, die zu dem Zeitpunkt wegen eines Auslandsaufenthalts der Eltern ihre Nichte versorgt, natürlich mit von der Partie. Und die junge Tante versteht Steffi sofort, als diese sich in Rhapsodies Fohlen verliebt, für das der Besitzer keinen Käufer findet, weshalb er es schlachten lassen möchte.
So kommt es, dass Robin Hood gemeinsam mit Rhapsodie auf Gabys Hof zieht und die beiden Mädchen eine herrliche Zeit mit ihren Pferden verbringen. Ob die Pferde es so toll finden, zu zweit auf dem Hof zu stehen, wird nicht gefragt -auch nicht als Robin Hood abgesetzt wird und dies allen Ernstes durchgeführt wird, indem man die Mutterstute in den nahegelegenen Reitstall bringt und ihn völlig allein auf dem Hof lässt, wo er sich die Seele aus dem Hals brüllt.
Steffis größeres Problem sind aber die Eltern: Als sie aus Indien zurückkehren, müssen sie erst einmal überredet werden, den kleinen Robin in die Familie aufzunehmen. Sie sind anfangs wenig begeistert, lassen sich aber überzeugen, allerdings nur unter der Bedingung, dass Steffi sich allein um den Junghengst kümmert. Steffi ist überglücklich - bis zu dem Tag, als Robin einen Unfall erleidet. Alle drei Stunden muss sich Steffi nun um den Verband ihres Fohlens kümmern. Während Gabys Mutter die Zeiten übernimmt, zu denen die Mädchen in der Schule sind, muss sich Steffi für die Nacht etwas überlegen. Den Spruch des Vaters im Ohr, die Pflege Robins obliege nur ihr, schleicht sie sich sechs Nächte lang aus dem Haus, um im Stall zu übernachten und den Verband anzufeuchten. Rechtzeitig vor dem Frühstück klettert sie mit einem Seil zurück in ihr Zimmer.
Am letzten Tag allerdings bricht das alste Fensterkreuz ab, Steffi stürzt, bricht sich das Handgelenk und fällt in Ohnmacht. Als Steffi im Krankenhaus versorgt wird, finden ihre Eltern von Gaby die Wahrheit heraus. Sie verstehen, dass sie mit ihrer Anweisung, Steffi müsse alles allein schaffen, zu weit gegangen sind und versprechen Steffi, sich während ihres Krankenhausaufenthalts um Robin zu kümmern. So kommen sich die Eltern und ihre Tochter näher, und alles kommt zu einem guten Ende.
Puh. Es kommen die 80er, und in den Pferdebüchern geht es endlich auch um Pferde!
Als Steffis Freundin Gaby die schöne Stute Rhapsodie bekommt, sind Steffi und ihre Tante, die zu dem Zeitpunkt wegen eines Auslandsaufenthalts der Eltern ihre Nichte versorgt, natürlich mit von der Partie. Und die junge Tante versteht Steffi sofort, als diese sich in Rhapsodies Fohlen verliebt, für das der Besitzer keinen Käufer findet, weshalb er es schlachten lassen möchte.
So kommt es, dass Robin Hood gemeinsam mit Rhapsodie auf Gabys Hof zieht und die beiden Mädchen eine herrliche Zeit mit ihren Pferden verbringen. Ob die Pferde es so toll finden, zu zweit auf dem Hof zu stehen, wird nicht gefragt -auch nicht als Robin Hood abgesetzt wird und dies allen Ernstes durchgeführt wird, indem man die Mutterstute in den nahegelegenen Reitstall bringt und ihn völlig allein auf dem Hof lässt, wo er sich die Seele aus dem Hals brüllt.
Steffis größeres Problem sind aber die Eltern: Als sie aus Indien zurückkehren, müssen sie erst einmal überredet werden, den kleinen Robin in die Familie aufzunehmen. Sie sind anfangs wenig begeistert, lassen sich aber überzeugen, allerdings nur unter der Bedingung, dass Steffi sich allein um den Junghengst kümmert. Steffi ist überglücklich - bis zu dem Tag, als Robin einen Unfall erleidet. Alle drei Stunden muss sich Steffi nun um den Verband ihres Fohlens kümmern. Während Gabys Mutter die Zeiten übernimmt, zu denen die Mädchen in der Schule sind, muss sich Steffi für die Nacht etwas überlegen. Den Spruch des Vaters im Ohr, die Pflege Robins obliege nur ihr, schleicht sie sich sechs Nächte lang aus dem Haus, um im Stall zu übernachten und den Verband anzufeuchten. Rechtzeitig vor dem Frühstück klettert sie mit einem Seil zurück in ihr Zimmer.
Am letzten Tag allerdings bricht das alste Fensterkreuz ab, Steffi stürzt, bricht sich das Handgelenk und fällt in Ohnmacht. Als Steffi im Krankenhaus versorgt wird, finden ihre Eltern von Gaby die Wahrheit heraus. Sie verstehen, dass sie mit ihrer Anweisung, Steffi müsse alles allein schaffen, zu weit gegangen sind und versprechen Steffi, sich während ihres Krankenhausaufenthalts um Robin zu kümmern. So kommen sich die Eltern und ihre Tochter näher, und alles kommt zu einem guten Ende.
Ein Pferd für Heike
Schönrock, Heidi: Ein Pferd für Heike. Hannover: Neuer Jugendschriften-Verlag 1971.
Ich bin ganz froh, dass ich nicht zu den betrogenen Kindern dieser Generation gehöre. Irgendwie steht auf etlichen Büchern dieser Zeit groß "Pferd" drauf, was aber drin ist, ist eine der üblichen "moralisch wertvollen" Jugendgeschichten der Zeit, in denen über ein paar Seiten mal ein Pony galoppiert. Hier ist es ähnlich.
Eigentlich geht es im Buch um die arme Heike und die reiche Gudrun (deren Bruder immerhin ein Pferd besitzt, die Stute Blanca). Heike rettet Gudrun das Leben, als diese beim Eislaufen einbricht, und so werden die beiden Mädchen Freundinnen. Ist schon bedauerlich, dass das nicht ohne Lebensrettungsaktionen möglich war, aber nun gut. Offenbar wollte die Autorin uns sagen, dass arme und reiche Kinder befreundet sein können und wieviel in armen Menschen stecken kann.
Heike kann nämlich irgendwie alles: Sie ist nicht nur die schnellste Eisläuferin, sondern auch ein Naturtalent im Reiten. So beschließt Gudruns älterer Bruder, ihr Unterricht zu geben, damit sie sich um seine Stute Blanca kümmern kann, wenn er ins Ausland geht.
Gudrun beschließt irgendwann spontan, dass sie auch ein Pferd haben möchte, und bekommt dieses natürlich auch. Interessanterweise ist bei diesem durch eine Zirkusvorstellung gewecktem Wunsch von Verantwortung wenig die Rede, obwohl sonst höchst wichtige moralische Fragen, etwa die, ob man der Nachbarin sagen darf, wer ihre Kirschen geklaut hat, wenn man selbst fälschlicherweise unter Verdacht steht, in epischer Breite geschildert werden.
Wichtiger als Blanca ist in diesem Buch sogar Fräulein Greif, die Tochter des Dorfschullehrers, die den Mädchen Handarbeit und Pflichtbewusstsein nahebringt und nebenher beim Badeausflug im Bikini die Bewunderung aller Mädchen auf sich zieht (denn man kann modern und schick und trotzdem PFLICHTBEWUSST sein!! - Holzhammer- ).
Letztlich beschließt Heikes Mutter umzuziehen, so dass Heike Blanca nicht einmal mehr bis zum Ende des Auslandsaufenthalts versorgen kann. Besonders bekümmern tut sie das allerdings nicht, denn immerhin bekommt sie ja nach dem Umzug ein eigenes Zimmer.
Als ihr klar wird, dass sie auch ihre Freundin Gudrun verlassen muss, weist ihre Mutter sie auf das hin, was der Autorin wirklich wichtig ist: Pflichtbewusstsein: "Es ist eine Prüfung, bestehe sie gut!"
Hätte man die Pferde aus der Geschichte herausgekürzt, wären etwa 10 Seiten weniger darin, aber die Geschichte hätte Bestand. Würde man jedes Ereignis kürzen, auf dem in großen, moralinsauren Buchstaben "PFLICHTBEWUSSTSEIN" steht, hätte man noch ein nettes Kapitel über ein Pferderennen in der Hand.
Man hat die Kinder damals ganz schön gelinkt.
Ich bin ganz froh, dass ich nicht zu den betrogenen Kindern dieser Generation gehöre. Irgendwie steht auf etlichen Büchern dieser Zeit groß "Pferd" drauf, was aber drin ist, ist eine der üblichen "moralisch wertvollen" Jugendgeschichten der Zeit, in denen über ein paar Seiten mal ein Pony galoppiert. Hier ist es ähnlich.
Eigentlich geht es im Buch um die arme Heike und die reiche Gudrun (deren Bruder immerhin ein Pferd besitzt, die Stute Blanca). Heike rettet Gudrun das Leben, als diese beim Eislaufen einbricht, und so werden die beiden Mädchen Freundinnen. Ist schon bedauerlich, dass das nicht ohne Lebensrettungsaktionen möglich war, aber nun gut. Offenbar wollte die Autorin uns sagen, dass arme und reiche Kinder befreundet sein können und wieviel in armen Menschen stecken kann.
Heike kann nämlich irgendwie alles: Sie ist nicht nur die schnellste Eisläuferin, sondern auch ein Naturtalent im Reiten. So beschließt Gudruns älterer Bruder, ihr Unterricht zu geben, damit sie sich um seine Stute Blanca kümmern kann, wenn er ins Ausland geht.
Gudrun beschließt irgendwann spontan, dass sie auch ein Pferd haben möchte, und bekommt dieses natürlich auch. Interessanterweise ist bei diesem durch eine Zirkusvorstellung gewecktem Wunsch von Verantwortung wenig die Rede, obwohl sonst höchst wichtige moralische Fragen, etwa die, ob man der Nachbarin sagen darf, wer ihre Kirschen geklaut hat, wenn man selbst fälschlicherweise unter Verdacht steht, in epischer Breite geschildert werden.
Wichtiger als Blanca ist in diesem Buch sogar Fräulein Greif, die Tochter des Dorfschullehrers, die den Mädchen Handarbeit und Pflichtbewusstsein nahebringt und nebenher beim Badeausflug im Bikini die Bewunderung aller Mädchen auf sich zieht (denn man kann modern und schick und trotzdem PFLICHTBEWUSST sein!! - Holzhammer- ).
Letztlich beschließt Heikes Mutter umzuziehen, so dass Heike Blanca nicht einmal mehr bis zum Ende des Auslandsaufenthalts versorgen kann. Besonders bekümmern tut sie das allerdings nicht, denn immerhin bekommt sie ja nach dem Umzug ein eigenes Zimmer.
Als ihr klar wird, dass sie auch ihre Freundin Gudrun verlassen muss, weist ihre Mutter sie auf das hin, was der Autorin wirklich wichtig ist: Pflichtbewusstsein: "Es ist eine Prüfung, bestehe sie gut!"
Hätte man die Pferde aus der Geschichte herausgekürzt, wären etwa 10 Seiten weniger darin, aber die Geschichte hätte Bestand. Würde man jedes Ereignis kürzen, auf dem in großen, moralinsauren Buchstaben "PFLICHTBEWUSSTSEIN" steht, hätte man noch ein nettes Kapitel über ein Pferderennen in der Hand.
Man hat die Kinder damals ganz schön gelinkt.
Wirbel um die Ponytruppe
Christine Pullein Thompson: Wirbel um die Ponytruppe. Köln: Schwager & Steinlein. o. J.
Englischer Originaltitel: vermutlich Pony Patrol Fights Back.
Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch für mich, wie etliche der Pullein-Thompson-Bücher, vor allem Christines (etwa "Pferdehof zum Schwarzen Pony"), viel zu aufregend gewesen wäre.
Als nämlich die "Ponytruppe", mehrere jugendliche Freunde auf ihren Ponys und Pferden, beschließt, der Einbrecherbande, die derzeit in ihrer Region ihr Unwesen treibt, die Suppe zu versalzen und die Häuse aller verreisten Anwohner zu überwachen, verstehen diese keinen Spaß, und ausgerechnet Williams liebes älteres Pferd Boxer wird schwer verletzt. Die Einbrecher versuchen auch, die Kälbchen des Bauernhofes, der Williams Eltern gehört, zu vergiften.
Selbstverständlich wendet sich doch noch alles zum Guten: Bei einem Einbruch überwältigt die Ponybande die Einbrecher, Boxer wird wieder gesund, die Ponytruppe war wieder einmal erfolgreich - nur ein wenig kommen bei William doch Zweifel auf: War es das wirklich wert? Durfte er das Leben seines Pferdes so gefährden?
Ich denke, ich hätte da als Kind viel zu sehr mit dem braven Wallach gebangt, um mich noch irgendwie auf die Story zu konzentrieren. Außerdem ist die "Überwältigung" der offensichtlich ja höchst gewaltbereiten Einbrecherbande durch ein paar Jugendliche nur in Maßen realistisch.
Das deutsche Titelbild begeistert mich auch nicht gerade; die übergewichtige Frau vorn sieht nun wirklich nicht mehr aus, als gehöre sie in die jugendliche Ponytruppe.
Englischer Originaltitel: vermutlich Pony Patrol Fights Back.
Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch für mich, wie etliche der Pullein-Thompson-Bücher, vor allem Christines (etwa "Pferdehof zum Schwarzen Pony"), viel zu aufregend gewesen wäre.
Als nämlich die "Ponytruppe", mehrere jugendliche Freunde auf ihren Ponys und Pferden, beschließt, der Einbrecherbande, die derzeit in ihrer Region ihr Unwesen treibt, die Suppe zu versalzen und die Häuse aller verreisten Anwohner zu überwachen, verstehen diese keinen Spaß, und ausgerechnet Williams liebes älteres Pferd Boxer wird schwer verletzt. Die Einbrecher versuchen auch, die Kälbchen des Bauernhofes, der Williams Eltern gehört, zu vergiften.
Selbstverständlich wendet sich doch noch alles zum Guten: Bei einem Einbruch überwältigt die Ponybande die Einbrecher, Boxer wird wieder gesund, die Ponytruppe war wieder einmal erfolgreich - nur ein wenig kommen bei William doch Zweifel auf: War es das wirklich wert? Durfte er das Leben seines Pferdes so gefährden?
Ich denke, ich hätte da als Kind viel zu sehr mit dem braven Wallach gebangt, um mich noch irgendwie auf die Story zu konzentrieren. Außerdem ist die "Überwältigung" der offensichtlich ja höchst gewaltbereiten Einbrecherbande durch ein paar Jugendliche nur in Maßen realistisch.
Das deutsche Titelbild begeistert mich auch nicht gerade; die übergewichtige Frau vorn sieht nun wirklich nicht mehr aus, als gehöre sie in die jugendliche Ponytruppe.
Sonntag, 25. Januar 2015
Mit Ponys fing es an
Rose, Mary: Mit Ponys fing es an. Glückliche Jugend mit Ponys. Zürich et al. (Müller-Rüschlikon) 1980.
engl. Originaltitel: Molly Came First.
Was für Zeiten, als man ein Pony für 30 Pfund kaufen, man sorglos seine Kinder eine Mutterstute mit ihrem ein paar Tage alten Fohlen kreuz und quer über die Straßen zur anderen Weide schicken konnte und die Familie 30 km einfache Strecke auf sich nahm, um die Tochter beim Sommercamp des Ponyclubs zu besuchen - mit dem Fahrrad, versteht sich.
Richtig, wir reden von den Nachkriegsjahren - die Erzählung beginnt 1948, als die Familie das Pony Molly für die Kinder kauft. Wunderschön illustriert von Joan Thompson, werden in diesem Buch die gewöhnlichen Freuden und Probleme des Lebens mit Ponys beschrieben, denn zu Molly gesellen sich bald noch mehr Pferde, da die Geschwister schnell aus ihr herauswachsen und bereits bei der Geburt ihres Fohlens wissen, dass sie dieses niemals werden reiten können.
Auch Trauriges wird geschildert, etwa, wie zwei Ponys sterben, weil ihre Besitzer sie nicht vom Dorfanger nehmen, obwohl klar ist, dass sie auf den fetten Wiesen Hufrehe bekommen werden. Hier fehlt einem die rechte Wut auf diese Besitzer; alles wird irgendwie hingenommen, das Gute wie das Schlechte. Es ist andererseits auch dieses Quentchen Sorglosigkeit, das den Charme der Geschichte ausmacht.
Wer sich in die 40er und 50er Jahre hineinversetzen möchte, dem sei diese realistische Schilderung sehr ans Herz gelegt.
engl. Originaltitel: Molly Came First.
Was für Zeiten, als man ein Pony für 30 Pfund kaufen, man sorglos seine Kinder eine Mutterstute mit ihrem ein paar Tage alten Fohlen kreuz und quer über die Straßen zur anderen Weide schicken konnte und die Familie 30 km einfache Strecke auf sich nahm, um die Tochter beim Sommercamp des Ponyclubs zu besuchen - mit dem Fahrrad, versteht sich.
Richtig, wir reden von den Nachkriegsjahren - die Erzählung beginnt 1948, als die Familie das Pony Molly für die Kinder kauft. Wunderschön illustriert von Joan Thompson, werden in diesem Buch die gewöhnlichen Freuden und Probleme des Lebens mit Ponys beschrieben, denn zu Molly gesellen sich bald noch mehr Pferde, da die Geschwister schnell aus ihr herauswachsen und bereits bei der Geburt ihres Fohlens wissen, dass sie dieses niemals werden reiten können.
Auch Trauriges wird geschildert, etwa, wie zwei Ponys sterben, weil ihre Besitzer sie nicht vom Dorfanger nehmen, obwohl klar ist, dass sie auf den fetten Wiesen Hufrehe bekommen werden. Hier fehlt einem die rechte Wut auf diese Besitzer; alles wird irgendwie hingenommen, das Gute wie das Schlechte. Es ist andererseits auch dieses Quentchen Sorglosigkeit, das den Charme der Geschichte ausmacht.
Wer sich in die 40er und 50er Jahre hineinversetzen möchte, dem sei diese realistische Schilderung sehr ans Herz gelegt.
Der Junge auf dem Schwarzen Pferd
Springer, Nancy: Der Junge auf dem schwarzen Pferd. Zürich (Union) 1999.
engl. Originaltitel: The Boy on a black Horse.
Dieses Buch kann man auch als Erwachsener noch lesen, und es kann einen immer noch sehr nachdenklich stimmen. Die Pferde, die kleine Bashkir Curly-Mix Stute Paradiddel und der schwarze Hengst Rom (der eigentlich Fuerza Epica heißt und ein wertvolles Dressurpferd ist), spielen nur eine Nebenrolle, die aber sehr wichtig ist, ist es doch die Liebe zu Pferden, die die Waise Grace, genannt Gray, und den Jungen Chav (gesprochen "Schah") zusammenbringt.
Chav ist neu in Grays Klasse, und sofort sorgt er für Aufsehen: Er wirkt unnahbar, kühl und ungezähmt, und er isst sogar das Mensaessen. Als ein paar Jungs der Klasse ihn verprügeln wollen, stellen sie noch dazu fest, dass er sich durchaus wehren kann.
Schon in der ersten Stunde, als beide Teenager im Literaturkurs ihr Gedicht vortragen, stellen beide fest, dass sie Pferde mögen. Mrs Higbys Literaturkurs hat aber noch eine weitere Funktion: Da die Lehrerin die Aufgabe stellt, eine Art "literarisches Tagebuch" zu führen, gewinnen wir so Einblick ins Innerste der beiden Protagonisten.
Und da sieht es nicht immer schön aus. Gray leidet unter dem Verlust der Eltern und des Bruders, die bei einem Bootsunglück vor zwei Jahren ums Leben gekommen sind. Sie lebt seither bei ihrer nicht minder traurigen Tante, die Medikamente nehmen muss, um den Tod ihres Mannes und ihrer Töchter zu verkraften, die beim gleichen Unglück starben. Grays große Freude ist es, regelmäßig auf dem Hof Tophers die kleine Stute Paradiddel zu reiten. Auch Topher ist nicht ohne Narben: Er heißt eigentlich Christopher und nennt sich immer noch "Topher", weil seine Ex-Frau Chris hieß.
Chav hat ein noch schlimmeres Schicksal: Er reist allein mit seinen jüngeren Geschwistern durchs Land, denen er erzählt, sie seien auf der Suche nach ihrem Vater, einem Roma-König. Er impft ihnen auch ständiges Misstrauen gegenüber den Gadjo, allen Nicht-Zigeunern, ein.
In Wirklichkeit hat Chavs Vater, ein reicher Weißer, seine gesamte Familie, besonders aber Chav, aufs Schwerste misshandelt (es ist mehrfach von ausgeheilten Knochenbrüchen die Rede) und seine Frau, eine Roma, vor ihren Augen zu Tode geprügelt. Chavs jüngerer Bruder verdrängt die Erinnerung, und die kleine Chavali war tatsächlich noch zu klein, um sich an etwas zu erinnern.
Die Geschwister leben auf dem verlassenen Gelände einer Farm, zusammen mit dem schwarzen Hengst Rom, den Chav gerettet hat, denn Rom war in den Händen von Pferdedieben, die ihn misshandelt haben.
Gray spürt die Geschwister auf, bringt ihnen Essen und warnt sie, als ihr Großvater, ein Polizist, auf das Gelände kommen und nach ihnen sehen möchte. Doch dass Chav jede Sekunde gegen seine inneren Dämonen kämpft, sich wünscht, seinem Leben ein Ende zu setzen und dabei noch möglichst viele andere zu töten, kann Gray bestenfalls ahnen. Der Leser wird deutlicher in Chavs Gedankenwelt gezogen und beginnt zu verstehen, dass der Vater seinem Sohn immer wieder eingeprügelt hat, wertloser Abschaum zu sein. Chav lebt nur noch für seine Geschwister.
Als Chavali krank wird, nimmt Grays Tante sie auf. Dies tut ihr sichtlich gut; sich um die drei Geschwister kümmern zu können, gibt ihrem Leben endlich wieder Sinn. Schließlich bietet sie an, die Geschwister zu adoptieren, nachdem ihr Großvater nichts über sie herausfinden konnte und sie offenbar nirgends vermisst werden.
Chav hat nun das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Gray, die trotz aller Traurigkeit noch Mitgefühl für ihre Mitmenschen und brüderliche Liebe für Chav verspürt, reitet ihm hinterher, als er mit einem Gewehr zu einem Fußballspiel zieht, wo er ein Blutbad anrichten und sich selbst töten möchte. Ihr Mut und ihre Liebe bringen Chav letztlich dazu umzudenken und sich in ärztliche Behandlung zu begeben, die auch sein jüngerer Brüder dringend benötigt, als die Erinnerungen wieder hochkommen. Dies hat jedoch auch sein Gutes: Es gibt nun Zeugen für den Mord an ihrer Mutter, und der Vater wird gefunden und verhaftet.
Rom kehrt zu seinen ursprünglichen Eigentümern zurück.
Dies bleibt aber im Hintergrund; wichtiger ist der Prozess, der im Inneren Chavs und auch in Grays Leben stattfindet. Auch sie wird auf verschiedene Weise mit dem Tod ihrer Familie konfrontiert (nicht zuletzt, als sie über eine Brücke reiten muss, um zu Chav zu gelangen) und muss sich ihm stellen.
Am Ende werden Chav, seine Geschwister und sie eine richtige Familie, und Grays Tante heiratet Topher. Die Botschaft ist klar: Wir schaffen es nur gemeinsam.
Und als Gray Chav entgegenschreit "Es gibt keine Unterscheidung in Gadjos und Zigeuner", um ihn davon abzuhalten, die von ihm verhassten Gadjos zu töten, wird einem klar, wie sehr Chav sich an diese Unterscheidung klammert, um der Geschichte, die seinem Leben Sinn gibt, Bedeutung zu verleihen, aber auch, wie gefährlich sie ist.
Ein schönes Buch mit vorsichtigem Happy End, das viele Anstöße zum Nachdenken liefert.
engl. Originaltitel: The Boy on a black Horse.
Dieses Buch kann man auch als Erwachsener noch lesen, und es kann einen immer noch sehr nachdenklich stimmen. Die Pferde, die kleine Bashkir Curly-Mix Stute Paradiddel und der schwarze Hengst Rom (der eigentlich Fuerza Epica heißt und ein wertvolles Dressurpferd ist), spielen nur eine Nebenrolle, die aber sehr wichtig ist, ist es doch die Liebe zu Pferden, die die Waise Grace, genannt Gray, und den Jungen Chav (gesprochen "Schah") zusammenbringt.
Chav ist neu in Grays Klasse, und sofort sorgt er für Aufsehen: Er wirkt unnahbar, kühl und ungezähmt, und er isst sogar das Mensaessen. Als ein paar Jungs der Klasse ihn verprügeln wollen, stellen sie noch dazu fest, dass er sich durchaus wehren kann.
Schon in der ersten Stunde, als beide Teenager im Literaturkurs ihr Gedicht vortragen, stellen beide fest, dass sie Pferde mögen. Mrs Higbys Literaturkurs hat aber noch eine weitere Funktion: Da die Lehrerin die Aufgabe stellt, eine Art "literarisches Tagebuch" zu führen, gewinnen wir so Einblick ins Innerste der beiden Protagonisten.
Und da sieht es nicht immer schön aus. Gray leidet unter dem Verlust der Eltern und des Bruders, die bei einem Bootsunglück vor zwei Jahren ums Leben gekommen sind. Sie lebt seither bei ihrer nicht minder traurigen Tante, die Medikamente nehmen muss, um den Tod ihres Mannes und ihrer Töchter zu verkraften, die beim gleichen Unglück starben. Grays große Freude ist es, regelmäßig auf dem Hof Tophers die kleine Stute Paradiddel zu reiten. Auch Topher ist nicht ohne Narben: Er heißt eigentlich Christopher und nennt sich immer noch "Topher", weil seine Ex-Frau Chris hieß.
Chav hat ein noch schlimmeres Schicksal: Er reist allein mit seinen jüngeren Geschwistern durchs Land, denen er erzählt, sie seien auf der Suche nach ihrem Vater, einem Roma-König. Er impft ihnen auch ständiges Misstrauen gegenüber den Gadjo, allen Nicht-Zigeunern, ein.
In Wirklichkeit hat Chavs Vater, ein reicher Weißer, seine gesamte Familie, besonders aber Chav, aufs Schwerste misshandelt (es ist mehrfach von ausgeheilten Knochenbrüchen die Rede) und seine Frau, eine Roma, vor ihren Augen zu Tode geprügelt. Chavs jüngerer Bruder verdrängt die Erinnerung, und die kleine Chavali war tatsächlich noch zu klein, um sich an etwas zu erinnern.
Die Geschwister leben auf dem verlassenen Gelände einer Farm, zusammen mit dem schwarzen Hengst Rom, den Chav gerettet hat, denn Rom war in den Händen von Pferdedieben, die ihn misshandelt haben.
Gray spürt die Geschwister auf, bringt ihnen Essen und warnt sie, als ihr Großvater, ein Polizist, auf das Gelände kommen und nach ihnen sehen möchte. Doch dass Chav jede Sekunde gegen seine inneren Dämonen kämpft, sich wünscht, seinem Leben ein Ende zu setzen und dabei noch möglichst viele andere zu töten, kann Gray bestenfalls ahnen. Der Leser wird deutlicher in Chavs Gedankenwelt gezogen und beginnt zu verstehen, dass der Vater seinem Sohn immer wieder eingeprügelt hat, wertloser Abschaum zu sein. Chav lebt nur noch für seine Geschwister.
Als Chavali krank wird, nimmt Grays Tante sie auf. Dies tut ihr sichtlich gut; sich um die drei Geschwister kümmern zu können, gibt ihrem Leben endlich wieder Sinn. Schließlich bietet sie an, die Geschwister zu adoptieren, nachdem ihr Großvater nichts über sie herausfinden konnte und sie offenbar nirgends vermisst werden.
Chav hat nun das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Gray, die trotz aller Traurigkeit noch Mitgefühl für ihre Mitmenschen und brüderliche Liebe für Chav verspürt, reitet ihm hinterher, als er mit einem Gewehr zu einem Fußballspiel zieht, wo er ein Blutbad anrichten und sich selbst töten möchte. Ihr Mut und ihre Liebe bringen Chav letztlich dazu umzudenken und sich in ärztliche Behandlung zu begeben, die auch sein jüngerer Brüder dringend benötigt, als die Erinnerungen wieder hochkommen. Dies hat jedoch auch sein Gutes: Es gibt nun Zeugen für den Mord an ihrer Mutter, und der Vater wird gefunden und verhaftet.
Rom kehrt zu seinen ursprünglichen Eigentümern zurück.
Dies bleibt aber im Hintergrund; wichtiger ist der Prozess, der im Inneren Chavs und auch in Grays Leben stattfindet. Auch sie wird auf verschiedene Weise mit dem Tod ihrer Familie konfrontiert (nicht zuletzt, als sie über eine Brücke reiten muss, um zu Chav zu gelangen) und muss sich ihm stellen.
Am Ende werden Chav, seine Geschwister und sie eine richtige Familie, und Grays Tante heiratet Topher. Die Botschaft ist klar: Wir schaffen es nur gemeinsam.
Und als Gray Chav entgegenschreit "Es gibt keine Unterscheidung in Gadjos und Zigeuner", um ihn davon abzuhalten, die von ihm verhassten Gadjos zu töten, wird einem klar, wie sehr Chav sich an diese Unterscheidung klammert, um der Geschichte, die seinem Leben Sinn gibt, Bedeutung zu verleihen, aber auch, wie gefährlich sie ist.
Ein schönes Buch mit vorsichtigem Happy End, das viele Anstöße zum Nachdenken liefert.
Die Ellermannkinder und ihre Pferde
Reitmann, Erwin: Die Ellermannkinder und ihre Pferde. Menden (Kibu) 1979.
Tja, wie sagt der Redakteur im Buch so schön: "Pferde seien heutzutage 'in', und Berichte und Geschichten über Pferde würden geradezu verschlungen, vor allem von der Jugend." (S. 88)
Offensichtlich war dies Hintergrund der Geschichte, denn man hat ein wenig das Gefühl, als wolle Herr Reitmann eigentlich über andere Dinge schreiben: Darüber, wie schön es doch ist, in einer heilen Familie zu leben, dass man sich für Schwächere einsetzen soll, und dass Faulkner und Hamsun großartige Schriftsteller sind.
Das tut er denn auch zur Genüge, und das ist auch durchaus kurzweilig, nur die Pferde der Ellermanns kommen dabei leider immer zu kurz. Schade.
Tja, wie sagt der Redakteur im Buch so schön: "Pferde seien heutzutage 'in', und Berichte und Geschichten über Pferde würden geradezu verschlungen, vor allem von der Jugend." (S. 88)
Offensichtlich war dies Hintergrund der Geschichte, denn man hat ein wenig das Gefühl, als wolle Herr Reitmann eigentlich über andere Dinge schreiben: Darüber, wie schön es doch ist, in einer heilen Familie zu leben, dass man sich für Schwächere einsetzen soll, und dass Faulkner und Hamsun großartige Schriftsteller sind.
Das tut er denn auch zur Genüge, und das ist auch durchaus kurzweilig, nur die Pferde der Ellermanns kommen dabei leider immer zu kurz. Schade.
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